Rente, Abschaffung

Rente mit 63: Abschaffung könnte 9,5 Milliarden Euro pro Jahr sparen

06.06.2026 - 04:42:00 | boerse-global.de

Jörg Dittrich fordert eine Reform der Sozialversicherung mit Entlastungen im zweistelligen Milliardenbereich vor dem Spitzentreffen im Kanzleramt.

Handwerkspräsident Dittrich: Sozialabgaben auf 40 Prozent senken
Rente - Eine Hand setzt ein kleines Zahnrad in ein größeres Getriebe, das wirtschaftliche Reformen und Sozialbeiträge symbolisiert. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Handwerkspräsident will die Lohnzusatzkosten von fast 43 auf 40 Prozent drücken. Das würde Entlastungen im zweistelligen Milliardenbereich bedeuten.

Die Forderung kommt kurz vor einem Spitzentreffen mit der Bundesregierung. Dittrich betont: Eine bloße Stabilisierung reiche nicht. Nötig sei eine strukturwirksame Maßnahme.

Anzeige

Viele Arbeitgeber verschenken jedes Jahr tausende Euro – wegen falscher Lohnnebenkosten. Dieses kostenlose Handbuch zeigt, wie Sie Sozialversicherungsbeiträge korrekt berechnen und unnötige Abgaben durch steuerfreie Gehaltsextras vermeiden. Gratis-Ratgeber Lohnnebenkosten herunterladen

Zur Finanzierung schlägt der ZDH-Präsident mehr Eigenverantwortung der Versicherten vor. Auch grundlegende Strukturreformen seien denkbar.

Kritik an Gewerkschaftsprotesten

Gleichzeitig geht Dittrich auf Distanz zum DGB. Die angekündigten Proteste gegen Sozialreformen hält er für falsch. Wirtschaftspolitische Entscheidungen gehörten nicht auf die Straße, sagt er.

Stattdessen fordert der Handwerkspräsident einen mehrjährigen Testlauf für flexible Arbeitszeiten. Der starre Acht-Stunden-Tag passe nicht mehr zur modernen Arbeitswelt.

Anzeige

Der geforderte Testlauf für flexible Arbeitszeiten trifft auf eine veränderte Rechtslage durch das EuGH-Urteil zur Zeiterfassung. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Personalverantwortlichen, wie sie Arbeitszeiten und Überstunden rechtssicher dokumentieren und Bußgelder vermeiden. Kostenloses E-Book zur Arbeitszeiterfassung sichern

Rente mit 63 unter Beschuss

Die Debatte um die Sozialsysteme wird härter. BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter nennt die abschlagsfreie Frührente eine kostspielige Fehlentwicklung. Jährlich nutzen 250.000 bis 280.000 Menschen diese Option.

Eine Abschaffung könnte pro Rentnerjahrgang 9,5 Milliarden Euro bringen. Das DIW sieht sogar ein Beschäftigungspotenzial von 125.000 Vollzeitkräften.

Die SPD wehrt sich. Die Partei verweist auf Arbeitnehmer in belastenden Berufen. Soziale Gerechtigkeit dürfe nicht unter die Räder kommen.

181-Milliarden-Sparplan

DIW-Präsident Marcel Fratzscher und Steuerexperte Stefan Bach gehen noch weiter. Ihr Szenario kombiniert Ausgabenkürzungen mit Steuererhöhungen. Ergebnis: 181 Milliarden Euro Einsparungen pro Jahr.

Darin enthalten: 60 Milliarden Euro weniger bei Sozialleistungen. Auch das Renteneintrittsalter wäre betroffen.

Pflegeversicherung vor dem Kollaps

Während die Wirtschaft Entlastung fordert, droht der Pflegekasse ein Defizit. Das IW warnt: Bis 2030 könnten jährlich 21 Milliarden Euro fehlen.

Gesundheitsministerin Warken plant eine Reform. Sie will die Beitragsbemessungsgrenze anheben. Laut IW hätten 2023 über sechs Millionen Beschäftigte mehr gezahlt – jeder fünfte Arbeitnehmer.

Die Studienautoren kritisieren den Kurs. Statt die Ausgaben zu senken, setze die Politik nur auf höhere Einnahmen.

Gipfeltreffen im Kanzleramt

Am Mittwoch treffen sich alle Seiten. Bundeskanzler Friedrich Merz lädt Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände ins Kanzleramt. Thema: Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

Der Kanzler bremst Erwartungen. Konkrete Beschlüsse seien nicht zu erwarten. Aber er bittet um gemeinsame Vorschläge bis zum Termin.

Ein breiter Konsens würde die Gesetzgebung im Bundestag erleichtern. Die finale Entscheidung bleibt aber bei der Politik. Die Tarifhoheit der Sozialpartner bleibt unangetastet.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 69490905 |