Rentenerhöhung 2027: Experten erwarten bis zu 4,7 Prozent
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Altersrenten könnten zum 1. Juli 2027 um bis zu 4,7 Prozent steigen. Das erwartet das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) nach Angaben seines Konjunkturabteilungsleiters Oliver Holtemöller.
Auch die Deka Bank rechnet mit einer Rentenerhöhung von mehr als vier Prozent, während die Deutsche Rentenversicherung an ihrer bisherigen Prognose von 4,4 Prozent festhält.
Steigende Löhne als Grundlage
Holtemöller sagte, das IWH gehe in seinen Berechnungen momentan von einem Anstieg der Renten um 4,7 Prozent aus. Als Grund nannten die Experten die vergleichsweise stark steigenden Verdienste der Arbeitnehmer in diesem Jahr.
Diese Lohnentwicklung ist eine wesentliche Grundlage für die Rentenanpassung im Folgejahr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank, bezeichnete eine Größenordnung von über vier Prozent als realistisch.
Größter Anstieg im Westen seit 2022
Eine Erhöhung um 4,7 Prozent wäre im Westen der größte Anstieg seit 2022. Damals wurden die Altersbezüge dort um 5,35 Prozent und im Osten um 6,12 Prozent angehoben.
2023 stiegen die Renten im Osten um 5,86 Prozent. Im Westen lag die Anpassung mit 4,39 Prozent deutlich niedriger.
Endgültige Höhe steht später fest
Die Prognosen sind noch keine endgültige Festlegung der Rentenanpassung. Entscheidend sind die maßgeblichen Lohn- und Beschäftigungsdaten sowie die gesetzliche Berechnung der Rentenformel.
Die erwartete Rentenanpassung folgt der gesetzlichen Rentenformel. Eine zentrale Größe ist dabei die Entwicklung der Bruttolöhne, weil steigende beitragspflichtige Verdienste den aktuellen Rentenwert erhöhen können. Die von den Experten genannte Größenordnung knüpft deshalb unmittelbar an die erwartete Lohnentwicklung in Deutschland an.
Für Rentner würde ein Anstieg um 4,7 Prozent ab Juli 2027 eine deutlich höhere monatliche Bruttorente bedeuten. Bei einer bisherigen Bruttorente von 1.500 Euro entspräche das rechnerisch 70,50 Euro mehr im Monat. Maßgeblich sind jedoch die individuellen Rentenansprüche; außerdem können Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Einkommensteuer die Auszahlung mindern.
Konjunktur und Rentenfinanzen
Die aktuelle Konjunkturbelebung bildet den wirtschaftlichen Hintergrund der Prognosen. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für 2027 ein Wachstum von 1,1 Prozent, zugleich soll die Zahl der Erwerbstätigen nach einer Arbeitsmarktprognose weiter sinken. Das zeigt, dass ein höheres Rentenniveau nicht automatisch eine dauerhaft entspannte Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung bedeutet.
Eine Rentenerhöhung in dieser Größenordnung würde kurzfristig die verfügbaren Einkommen älterer Menschen stärken und könnte den privaten Konsum stützen. Für die Rentenversicherung steigen damit jedoch auch die laufenden Ausgaben. Die endgültige Anpassung wird erst nach Vorliegen der maßgeblichen Lohn- und Beschäftigungsdaten sowie der gesetzlichen Berechnung feststehen.
