Rentenreform, Kommission

Rentenreform: Kommission empfiehlt Arbeitsbeginn erst ab 64 Jahren

Veröffentlicht am: 21.06.2026 um 12:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Rentenkommission schlÀgt eine Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung und eine verpflichtende kapitalgedeckte Zusatzrente vor.

Rentenkommission: Höheres Eintrittsalter und Pflicht zur Zusatzvorsorge
Nahaufnahme der HĂ€nde einer Ă€lteren Person, die EuromĂŒnzen auf einem Holztisch zĂ€hlt, mit unscharfem Hintergrund. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die 13-köpfige Rentenkommission unter Vorsitz von Constanze Janda und Frank-JĂŒrgen Weise hat ihren Abschlussbericht vorgelegt. Rund 30 Empfehlungen zur Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung stehen auf dem Papier. Die offizielle Übergabe an Bundeskanzler Merz und Ministerin Bas ist fĂŒr den 22. Juni geplant.

Rente soll an Lebenserwartung gekoppelt werden

Ein zentraler Vorschlag: die Koppelung des Renteneintrittsalters an die statistische Lebenserwartung. Das sogenannte 2:1-Modell sieht vor, dass von jedem gewonnenen Lebensjahr acht Monate auf die Erwerbsarbeit entfallen, vier Monate auf den Rentenbezug.

Anzeige: Die Rentenkommission empfiehlt ab 2028 eine Pflicht zur kapitalgedeckten Zusatzvorsorge. Wer jetzt handelt, kann von staatlich verwalteten Fonds profitieren und sein Rentenniveau stabilisieren. Jetzt kostenlosen Vorsorge-Report anfordern

Ab 2032 soll das Renteneintrittsalter schrittweise steigen. Laut Bericht könnte es 2041 bei 67,5 Jahren liegen, 2051 bei 68 Jahren. FĂŒr die 2090er-Jahre halten die Experten sogar 70 Jahre fĂŒr möglich.

Die „Rente mit 63“ soll fallen. Vorzeitiger Renteneintritt fĂŒr langjĂ€hrig Versicherte wĂ€re kĂŒnftig erst ab 64 Jahren möglich – unter BerĂŒcksichtigung des Gesundheitsstatus. HĂ€rtefallregelungen sind fĂŒr gesundheitlich BeeintrĂ€chtigte vorgesehen.

Pflicht zur kapitalgedeckten Zusatzvorsorge

ZusÀtzlich zur umlagefinanzierten Rente empfiehlt die Kommission eine verpflichtende kapitalgedeckte Zusatzrente nach schwedischem Vorbild. Ein staatlich verwalteter Fonds soll die Gelder verwalten.

Finanziert wird das Modell durch einen Zusatzbeitrag. Der startet bei 0,5 Prozent des Bruttolohns und steigt schrittweise auf 2 Prozent. Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich die Kosten je zur HĂ€lfte.

Ziel: Das Rentenniveau bei 48 Prozent stabilisieren und bis 2050 auf 50 Prozent anheben. Die Kommission rechnet mit jĂ€hrlichen KapitalertrĂ€gen zwischen 30 und 35 Milliarden Euro. Ein Einstieg ist fĂŒr 2028 geplant.

Mehr Einzahler fĂŒr die Rentenkasse

Um die Einnahmenbasis zu verbreitern, sollen kĂŒnftig auch SelbststĂ€ndige, Abgeordnete und VorstĂ€nde in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Bei Beamten schlagen die Experten vor, die Verbeamtung auf hoheitliche Aufgaben zu beschrĂ€nken und Pensionen langfristig an das Rentenniveau anzugleichen.

Der Beitragssatz wird laut Prognose 2028 auf 19,9 Prozent steigen. FĂŒr Geringverdiener ist ein neuer Freibetrag in der Grundsicherung geplant: 20 bis 30 Prozent der eigenen Rente blieben anrechnungsfrei. Minijobs sollen nur noch fĂŒr SchĂŒler beitragsfrei bleiben.

Anzeige: Das Rentenniveau sinkt trotz höherer BeitrĂ€ge – die Kommission erwartet 2028 einen Beitragssatz von 19,9 Prozent. Mit der Checkliste zur RentenlĂŒcke behalten Sie den Überblick und optimieren Ihre private Vorsorge. Checkliste zur RentenlĂŒcke jetzt sichern

Nachhaltigkeitsfaktor und politische Beratungen

Der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor – er koppelt die Rentenanpassung an das VerhĂ€ltnis von Beitragszahlern zu Rentnern – soll ab 2031 wieder voll greifen. Bestehende Leistungen wie die MĂŒtterrente bleiben erhalten. Bayerns MinisterprĂ€sident Söder hatte sich dafĂŒr stark gemacht.

Der Bund muss laut Bericht vorĂŒbergehend zusĂ€tzliche Steuermittel bereitstellen. Die VorschlĂ€ge bilden die Grundlage fĂŒr die anstehenden politischen Beratungen. Die Experten betonen: Das Gesamtpaket sei notwendig, um Generationengerechtigkeit und finanzielle StabilitĂ€t bis zur Mitte des Jahrhunderts zu sichern.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

de | wirtschaft | 69595974 |