Rentenreform: Kommission empfiehlt Kapitalrente und höheres Renteneintrittsalter
22.06.2026 - 20:03:37 | boerse-global.de
Das Gremium unter Vorsitz von Constanze Janda und Frank-JĂŒrgen Weise empfiehlt 33 MaĂnahmen fĂŒr einen Systemumbau. Dazu gehören eine neue Kapitalrente, ein höheres Renteneintrittsalter und die Ausweitung der Versicherungspflicht. Die Regierung will das Paket noch vor der Sommerpause beschlieĂen.
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Pflicht zur Kapitalrente kommt
Ein zentraler Punkt ist die EinfĂŒhrung einer obligatorischen, kapitalgedeckten Zusatzrente. Sie orientiert sich am schwedischen Modell: Ein Teil der BeitrĂ€ge flieĂt in einen staatlich verwalteten Aktienfonds. Der Zusatzbeitrag betrĂ€gt 2 Prozent des Bruttolohns â paritĂ€tisch von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen.
Die EinfĂŒhrung erfolgt stufenweise: Ab 2028 steigt der Beitrag von 0,5 Prozent innerhalb von vier Jahren auf die vollen 2 Prozent. Verwalten könnten das Kapital die Bundesbank oder der Staatsfonds Kenfo. Ziel ist es, das Rentenniveau langfristig bei etwa 50 Prozent zu stabilisieren. Die gesetzliche Haltelinie von 48 Prozent soll ab 2032 auslaufen. JĂ€hrlich werden Investitionen von rund 35 Milliarden Euro erwartet.
Rente mit 63 vor dem Aus
Die Kommission empfiehlt eine Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung. Das â2:1-Modellâ sieht vor: Ein zusĂ€tzliches Lebensjahr bringt acht Monate mehr Erwerbsarbeit und vier Monate mehr Rentenzeit.
Konkret bedeutet das: Bis 2041 steigt das Rentenalter auf etwa 67,5 Jahre, bis 2051 auf 68 Jahre. FĂŒr heute VierjĂ€hrige könnte die Grenze in den 2090er Jahren bei 70 Jahren liegen. Die abschlagsfreie Rente mit 63 soll wegfallen. Eine vorzeitige FrĂŒhrente mit AbschlĂ€gen wĂ€re erst ab 64 möglich. FĂŒr belastete Berufsgruppen sind HĂ€rtefallregelungen vorgesehen.
Mehr Beitragszahler, höhere BeitrÀge
Der Kreis der Versicherten soll deutlich wachsen. KĂŒnftig sollen auch SelbststĂ€ndige, Abgeordnete und VorstĂ€nde in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Beamte bleiben vorerst ausgenommen. Minijobs sollen weitgehend abgeschafft werden â Ausnahmen nur fĂŒr SchĂŒler.
Die BeitrĂ€ge werden steigen: Der Satz zur gesetzlichen Rentenversicherung dĂŒrfte bis 2028 auf 19,9 Prozent klettern. Inklusive der neuen KapitalsĂ€ule wĂ€ren es bis 2040 insgesamt 21,1 Prozent. FĂŒr den Ăbergang schlĂ€gt die Kommission steuerfinanzierte ZuschĂŒsse bis 2040 vor.
Die geplanten Reformen betreffen auch viele Sparer, die bereits jetzt ĂŒber die Sicherheit ihrer Altersvorsorge nachdenken. Finanzexperten empfehlen: Wer jetzt handelt, kann sich vor den Folgen drohender Vermögensregister schĂŒtzen â alle Informationen dazu finden Sie in diesem kostenlosen Report. 5 Schritte, mit denen Deutsche ihr Vermögen jetzt absichern
Geteilte Reaktionen aus Wirtschaft und VerbÀnden
Die Empfehlungen sorgen fĂŒr Kontroversen. Der SachverstĂ€ndigenrat bewertet die VorschlĂ€ge als notwendigen Schritt zur Sicherung der Finanzierbarkeit. Ăkonomen betonen: Der Wegfall der Rente mit 63 bringe Milliardeneinsparungen und helfe gegen den FachkrĂ€ftemangel.
ArbeitgeberverbĂ€nde warnen vor zusĂ€tzlichen Belastungen durch die paritĂ€tische Kapitalrente. Gewerkschaften und SozialverbĂ€nde kritisieren die Anhebung des Rentenalters. Aus ihrer Sicht drohen RentenkĂŒrzungen und höhere Belastungen fĂŒr Geringverdiener. Die Kommission, die insgesamt 150 Stunden tagte, betont den breiten Konsens im 13-köpfigen Gremium.
