Rentenreform, Wirtschaftsweiser

Rentenreform: 'Wirtschaftsweiser' fordert GegenvorschlÀge

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 13:10 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

In der Debatte um ein Umdenken bei der geplanten Rentenreform der Bundesregierung fordert der "Wirtschaftsweise" Martin Werding GegenvorschlÀge von den Parteien.

"Wer aus dem Paket der Empfehlungen der Kommission jetzt gewichtige Bestandteile herauslösen will, sollte Angebote machen, was stattdessen geschehen kann", sagte der Wirtschaftsprofessor von der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Als Beispiele fĂŒr mögliche KĂŒrzungen nannte er die VerlĂ€ngerung der Haltelinie oder die geplante Ausweitung der MĂŒtterrente.

Seit dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt debattieren Union und SPD ĂŒber Konsequenzen. Prominente SPD-Vertreter wie Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig fordern, dass geplante Reformen wie die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren erneut auf den PrĂŒfstand kommen.

"Das nötige Geld ist gar nicht da"

Werding war selbst Mitglied der von der Bundesregierung eingesetzten Alterssicherungskommission, die die 33 Empfehlungen fĂŒr Reformen erarbeitet hatte. Die bis 2031 verlĂ€ngerte Haltelinie aufzugeben, die das Rentenniveau bei 48 Prozent hĂ€lt, könne den Bundeshaushalt von ohnehin kaum zu haltenden Zusagen entlasten, sagte er. FĂŒr die VerlĂ€ngerung sei ein Mehrfaches der finanziellen Mittel notwendig, als derzeit fĂŒr 2029 und 2030 eingeplant seien. "Einfacher ausgedrĂŒckt: Das nötige Geld ist gar nicht da", so Werding. Auch die Ausweitung der MĂŒtterrente gehöre "wieder auf den Verhandlungstisch".

Der Wirtschaftswissenschaftler wies dabei auch auf andere Perspektiven als die von Ă€lteren Menschen hin. "Niemand spricht davon, was man jĂŒngeren Versicherten mit dem geltenden Rentenrecht zumutet und welche Risiken das derzeit fĂŒr Arbeitgeber und die BeschĂ€ftigungsentwicklung erzeugt", sagte Werding. Auch von der alternden Gesellschaft und dem Auftrag seiner Kommission fĂŒr Lösungen werde in der aktuellen Debatte nicht gesprochen.

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