Resilienzkonzept: Berlin stärkt Krisenvorsorge für 1,7 Mio. Beschäftigte
Veröffentlicht am: 11.08.2026 um 01:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am 10. August 2026 stellten der Berliner Senat sowie die Industrie- und Handelskammer (IHK), die Handwerkskammer (HWK), die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB) und der Berlin-Partner-Beirat für Wirtschaft und Technologie (BPWT) ein neues Resilienzkonzept für die Berliner Wirtschaft vor. Ziel der gemeinsamen Initiative ist es, die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit des Standorts gegenüber verschiedenen Bedrohungsszenarien zu stärken und die Krisenvorsorge für Unternehmen systematisch auszubauen.
Strategische Ausrichtung und Bündelung von Angeboten
Das am Montag veröffentlichte Konzept sieht vor, bestehende Hilfs- und Beratungsangebote besser zu koordinieren und für die Berliner Betriebe zugänglich zu machen. Die beteiligten Partner streben an, Unternehmen aktiv bei der Identifikation von Risiken und der Umsetzung präventiver Maßnahmen zu unterstützen. Durch die Bündelung dieser Angebote soll eine zentrale Anlaufstelle geschaffen werden, die die Krisenfestigkeit über alle Branchen hinweg erhöht.
Senatorin Giffey hob im Rahmen der Veröffentlichung hervor, dass die betriebliche Resilienz ein zentraler Bestandteil der unternehmerischen Verantwortung sein müsse. Angesichts globaler Unsicherheiten sei die Fähigkeit, sich auf unvorhersehbare Ereignisse einzustellen, eine Grundvoraussetzung für den langfristigen Erfolg und die Stabilität der Berliner Wirtschaft.
Start der Kampagne „Berlin denkt weiter“
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Parallel zur Vorstellung des Konzepts wurde am 10. August 2026 die Kampagne „Berlin denkt weiter“ gestartet. Diese Initiative wird vom Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI), der IHK Berlin, der Handwerkskammer sowie der UVB getragen. Insgesamt unterstützen 20 Organisationen das Vorhaben, das im Rahmen des Resilienzkonzepts für vorausschauendes Handeln in der Wirtschaft wirbt. Die Handwerkskammer Berlin bestätigte den offiziellen Auftakt der Kampagne, die Unternehmen dazu ermutigen soll, Krisenszenarien bereits in stabilen Zeiten mitzudenken.
Wirtschaftliche Kennzahlen untermauern Handlungsbedarf
Die wirtschaftliche Bedeutung Berlins und die daraus resultierende Notwendigkeit eines stabilen Sicherungskonzepts werden durch aktuelle Daten der IHK Berlin verdeutlicht. Mit über 1,7 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten bildet die Hauptstadt einen bedeutenden Beschäftigungsstandort. Auch finanziell ist die Stabilität der hiesigen Unternehmen für das Land von hoher Relevanz: Die jährlichen Einnahmen aus der Gewerbesteuer belaufen sich auf mehr als 3 Milliarden Euro, während die Körperschaftsteuer jährlich mehr als 1 Milliarde Euro zum Steueraufkommen beiträgt.
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Mit dem nun verabschiedeten Resilienzkonzept und der begleitenden Kampagne setzen Senat und Wirtschaftsverbände auf eine engere Verzahnung von staatlicher Unterstützung und unternehmerischer Eigenvorsorge, um die Substanz des Standorts auch in Krisenzeiten zu sichern.
