IfW Kiel senkt Konjunkturprognose
12.12.2024 - 11:09:14Das Institut fĂŒr Weltwirtschaft in Kiel hat seine Prognose fĂŒr die deutsche Wirtschaft weiter gesenkt. Das Bruttoinlandsprodukt dĂŒrfte dieses Jahr um 0,2 Prozent schrumpfen und nĂ€chstes Jahr stagnieren, teilte das IfW mit. «Die Rezession hat mittlerweile auch den Arbeitsmarkt erreicht, die Arbeitslosenquote dĂŒrfte auf 6,3 Prozent steigen», hieĂ es. Im laufenden Jahr liege sie bei 6,0 Prozent.Â
GrĂŒnde fĂŒr die AbwĂ€rtsrevision seien vor allem die zu erwartenden US-Zölle und die verschĂ€rfte Krise in der deutschen Industrie. Die deutsche Wirtschaft kĂ€mpfe «mit massiven StandortschwĂ€chen, die kaum noch AuftriebskrĂ€fte zulassen», sagt Stefan Kooths, Konjunkturchef des IfW Kiel.Â
Die KapazitĂ€tsauslastung liege mittlerweile 5 Prozentpunkte unter den Tiefpunkten in gewöhnlichen Rezessionsphasen. Aber: «Mit den vorgezogenen Neuwahlen besteht die Möglichkeit, dass sich die Zeit hoher wirtschaftspolitischer Unsicherheit um mehr als ein halbes Jahr verkĂŒrzt», schreiben die Wirtschaftsforscher.
Inflationsrate bleibt wohl unverÀndert
Vom privaten Konsum erwartet das IfW nur schwache Impulse. Die Bauinvestitionen werden laut Prognose 2024 und 2025 weiter sinken. Die Inflationsrate dĂŒrfte dieses und nĂ€chstes Jahr bei 2,2 Prozent liegen. «Vorbehaltlich einer finanzpolitischen Neuausrichtung einer neuen Bundesregierung fĂ€llt das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit in den Jahren 2025 und 2026 schĂ€tzungsweise um rund 5 beziehungsweise 20 Milliarden Euro höher aus als noch im Herbst erwartet», teilt das Institut mit.


