Riester-Rente, Altersvorsorgedepot

Riester-Rente endet: Neues Altersvorsorgedepot startet 1. Januar

16.06.2026 - 23:51:48 | boerse-global.de

Das Altersvorsorgedepot löst die Riester-Rente ab. Bis zu 4,5 Millionen Abschlüsse und ein Sparvolumen von 7 Milliarden Euro werden für 2027 erwartet.

Riester-Rente ade: Neues Altersvorsorgedepot startet 2027
Riester-Rente - Eine digitale Oberfläche mit Finanzdiagrammen und Graphen, die den Paradigmenwechsel in der Altersvorsorge symbolisiert. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Am 1. Januar 2027 startet das neue Altersvorsorgedepot (AVD) und löst das bisherige Modell ab. Während Versicherer und Fondsgesellschaften ihre Produkte für den Marktstart konkretisieren, zeichnet sich ein echter Paradigmenwechsel ab.

Das Ende der Riester-Rente ist besiegelt

Am 27. März 2026 passierte das Altersvorsorgereformgesetz den Bundestag, am 8. Mai folgte der Bundesrat. Zum 31. Dezember 2026 ist Schluss mit der klassischen Riester-Rente im Neugeschäft. Bestehende Verträge – aktuell rund 16 Millionen – genießen allerdings Bestandsschutz.

Anzeige

Während der Staat die Altersvorsorge reformiert, sollten Anleger auch die globalen Trends im Blick behalten. Top-Analyst Mike Rückert zeigt in diesem kostenlosen Report, welche fünf spezifischen Wachstumsaktien jetzt das größte Potenzial für Ihr Depot bieten. Fünf Zukunftstrends für 2026 jetzt kostenlos entdecken

Das neue Modell setzt auf die Renditechancen des Kapitalmarkts. Im Standardmodell gibt es keine obligatorischen Beitragsgarantien mehr. Eine mutige Entscheidung – oder ein kalkuliertes Risiko?

So funktioniert die neue Förderung

Die staatliche Unterstützung läuft über ein Zulagensystem. Wer bis zu 360 Euro im Jahr einzahlt, bekommt 50 Cent pro Euro als Zulage. Bei Beträgen zwischen 361 und 1.800 Euro sinkt der Satz auf 25 Cent. Die maximale Grundzulage liegt bei 540 Euro jährlich.

Hinzu kommt eine Kinderzulage von 300 Euro pro Kind. Berufseinsteiger unter 25 Jahren erhalten einen einmaligen Bonus von 200 Euro. Insgesamt sind pro Person und Vertrag bis zu 6.840 Euro Jahresbeitrag möglich – maximal zwei Verträge sind erlaubt.

Die Branche rüstet sich für den Marktstart

Investmentgesellschaften wie Invesco sprechen von einem Paradigmenwechsel. Die Allianz plant Angebote in allen drei gesetzlichen Kategorien: Verträge mit 80 oder 100 Prozent Beitragsgarantie, reine Depots ohne Garantien und ein kostengünstiges Standarddepot. Basis ist eine fondsgebundene Rentenversicherung in Kooperation mit Allianz Global Investors.

Andere setzen auf spezialisierte Lösungen. Acatis kündigte einen weltweit investierenden Aktien-ETF an. Union Investment bringt die Produktlinie Uni Vorsorge exklusiv über Genossenschaftsbanken. Fidelity bereitet sowohl aktive Premium-ETFs als auch passive Standardprodukte vor.

Anzeige

Die Neuausrichtung der privaten Vorsorge erfordert eine kluge Auswahl der richtigen Anlageklassen. Erfahren Sie in diesem Gratis-Leitfaden, warum Dividendenstrategien oft die besseren Zinsen sind und wie Sie Ihr Vermögen effektiv vor der Inflation schützen. Kostenlosen Report für eine bessere Anlagestrategie anfordern

Auch Partnerschaften entstehen: Franklin Templeton kooperiert mit Morgenfund, Growney mit Vanguard. Die Consorsbank will ab 2027 sowohl ein Altersvorsorgedepot als auch das gesetzliche Standarddepot anbieten. Zugelassen sind Fonds, ETFs und Anleihen – Einzelaktien und Kryptowerte bleiben draußen.

Hohes Interesse in der Bevölkerung

Die Akzeptanz scheint da zu sein. Eine Analyse von Sirius Campus zeigt: 58 Prozent der rund 44 Millionen Förderberechtigten kennen das Altersvorsorgedepot bereits. Hochrechnungen zufolge könnten 2027 bis zu 4,5 Millionen Abschlüsse realisiert werden – das entspricht einem Sparvolumen von rund 7 Milliarden Euro.

Umfragen von Quirion belegen: 52 Prozent der 16- bis 60-Jährigen können sich einen Abschluss vorstellen. Bei den unter 40-Jährigen liegt das Interesse sogar bei 60 Prozent.

Steuerliche Vorteile und Schutz vor Sozialleistungen

In der Ansparphase bleiben die Erträge von der Abgeltungsteuer befreit. Beiträge können als Sonderausgaben geltend gemacht werden. In der Auszahlungsphase unterliegt der geförderte Teil dem persönlichen Einkommensteuersatz. Für den ungeförderten Teil greift das Halbeinkünfteverfahren oder eine pauschale Versteuerung.

Ein strategischer Vorteil: Das AVD bleibt bei der neuen Grundsicherung, die ab Juli 2026 das Bürgergeld ersetzt, ausdrücklich vom Zugriff durch Sozialbehörden verschont. Während private ETF-Sparpläne auf die verschärften Freibeträge für Schonvermögen angerechnet werden, ist das Kapital im Altersvorsorgedepot geschützt – selbst in Phasen der Erwerbslosigkeit.

de | wirtschaft | 69557339 |