Ringsheim, Ferienwohnungen

Ringsheim geht gegen illegale Ferienwohnungen vor

14.05.2026 - 14:19:22 | boerse-global.de

Ringsheim bekämpft Wohnungsnot mit Neubauprojekt und strengen Regeln gegen illegale Ferienwohnungen. Ein Pilotvorhaben entsteht.

Ringsheim geht gegen illegale Ferienwohnungen vor - Foto: über boerse-global.de
Ringsheim geht gegen illegale Ferienwohnungen vor - Foto: über boerse-global.de

Parallel dazu entsteht an der Schulstraße ein Neubau mit Kita und bezahlbaren Wohnungen. Grund für die Maßnahmen: Der Tourismusboom rund um den Europa-Park setzt den lokalen Wohnungsmarkt massiv unter Druck.

Neubau an der Schulstraße als Signal

Der Spatenstich für das Kombi-Projekt an der Schulstraße ist erfolgt. Im Mai 2026 startete der Bau eines Gebäudes mit zwei Funktionen: Im Erdgeschoss entsteht eine zweigruppige Kindertagesstätte für Kinder über drei Jahren. Die AWO Ortenau soll die Trägerschaft übernehmen. Die Gemeinde erhofft sich Synergien mit der bestehenden Naturkita.

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Das Obergeschoss ist anders genutzt: Drei barrierefreie und mietpreisgebundene Wohnungen entstehen dort. Dieses Modell gilt in der Region als beispielhaft. Die Gesamtkosten liegen bei rund 3,1 Millionen Euro. Die Finanzierung steht bereits weitgehend. Zuschüsse von insgesamt 1,4 Millionen Euro sind zugesagt. Über 600.000 Euro stammen aus dem Wohnungsbauprogramm von Bund und Land. Weitere 500.000 Euro fließen aus dem Ausgleichstock des Landes Baden-Württemberg. Rund 15 Prozent der Kita-Baukosten übernimmt das Sanierungsprogramm Ortsmitte Nord. Fertigstellung und Inbetriebnahme sind für September 2027 geplant.

Strenges Verbot für neue Ferienwohnungen

Parallel zum Neubau geht die Gemeinde mit harten Regeln gegen die Umwandlung von Wohnraum vor. In weiten Teilen Ringsheims gilt ein weitgehendes Verbot für neue Ferienwohnungen. Grundlage sind Gemeinderatsbeschlüsse und Festsetzungen in den Bebauungsplänen.

Die Gründe für das harte Vorgehen liegen auf der Hand: Kurzzeitvermietungen in Wohngebieten führen zu Konflikten. Lärmbelästigung, überlastete Infrastruktur und Parkprobleme sind die Folge. Wer dennoch eine Ferienwohnung einrichten will, muss sich vorab beim Bauamt informieren. Ohne Genehmigung drohen nicht nur kostenpflichtige Verfahren, sondern auch finanzielle Fehlinvestitionen durch bereits erfolgte Möblierungen. Hinzu kommen eine Gewerbeanmeldung und die Abführung der Übernachtungssteuer.

Das Rathaus warnt Eigentümer eindringlich: Die Zeit der unregulierten Kurzzeitvermietung ist vorbei.

Neue Kontrollmöglichkeiten durch Bundesgesetz

Ende Mai bekommt die Gemeinde zusätzliche Werkzeuge an die Hand. Dann treten wichtige Bestimmungen des Kurzzeitvermietung-Datenaustausch-Gesetzes (KVDG) in Kraft. Das Gesetz setzt eine EU-Verordnung in nationales Recht um. Kern ist eine zentrale digitale Zugangsstelle bei der Bundesnetzagentur.

Die soll künftig den automatisierten Datenaustausch zwischen Plattformen wie Airbnb oder Booking.com und den Kommunen ermöglichen. Gastgeber müssen eine Registrierungsnummer erhalten und bei jedem Inserat angeben. Die Behörden können dann prüfen, ob eine gültige Genehmigung vorliegt. Bisher war die Kontrolle mühsam – die Plattformen gaben Daten nur zögerlich heraus.

Experten erwarten, dass die Zahl nicht genehmigter Ferienwohnungen deutlich sinken wird. Die Entdeckungsgefahr und die Bußgelder steigen erheblich.

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Während Kommunen die Kontrollen bei der Kurzzeitvermietung verschärfen, sollten private Vermieter auch bei regulären Mietverhältnissen auf rechtliche Fallstricke achten. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie eine Mieterhöhung rechtssicher begründen und teure Formfehler vermeiden. Kostenlosen Leitfaden zur rechtssicheren Mieterhöhung sichern

Tourismusboom als Ursache

Der Druck auf den Ringsheimer Immobilienmarkt ist eng mit der Lage der Gemeinde verknüpft. Ringsheim ist direkter Nachbar des Europa-Parks und der Wasserwelt Rulantica in Rust. Jährlich besuchen über sechs Millionen Menschen die Freizeitresorts. Die Nachfrage nach Übernachtungen übersteigt in der Hauptsaison das Angebot der Hotellerie. Privatwohnungen zu vermieten wird zum lukrativen Geschäftsmodell.

Gleichzeitig ist Ringsheim ein attraktiver Wohnort für Pendler. Die gute Anbindung an die A5 und der Ausbau der Rheintalbahn machen die Gemeinde beliebt. Das Deutschlandticket hat diesen Trend verstärkt. Die Konkurrenz zwischen touristischer Nutzung und dauerhaftem Wohnen führt dazu: Die Leerstandsquote liegt auf einem historischen Tiefstand.

Die Gemeinde versucht auch mit dem Sanierungsgebiet Ortsmitte Nord gegenzusteuern. Private Sanierungsmaßnahmen werden mit bis zu 35 Prozent bezuschusst. Bei besonders bedeutenden Gebäuden kann der Zuschuss auf 50 Prozent oder maximal 60.000 Euro steigen. Ziel ist es, den historischen Kern als lebendigen Wohnraum zu sichern.

Ausblick: Klare Linie für Investoren

Die kommenden Jahre werden entscheidend sein. Die Verwaltung hat klargestellt: Der Erhalt der Bausubstanz für Wohnzwecke hat oberste Priorität. Mit der konsequenten Anwendung der Zweckentfremdungsregeln und den neuen digitalen Kontrollinstrumenten sendet die Gemeinde ein deutliches Signal.

Der Fokus liegt weiter auf der Ausweisung von Flächen für Eigenbedarf und sozialen Wohnungsbau. Das Projekt an der Schulstraße gilt als Pilotvorhaben. Sollte sich die Kombination aus öffentlicher Infrastruktur und mietpreisgebundenem Wohnraum bewähren, könnten ähnliche Konzepte bei künftigen Nachverdichtungen folgen.

Für Eigentümer bedeutet die Entwicklung eine Phase der Rechtsklarheit. Investitionen in langfristigen, bezahlbaren Wohnraum sind durch staatliche Förderprogramme so attraktiv wie selten. Die unregulierte Kurzzeitvermietung dagegen hat in Ringsheim endgültig ausgedient.

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