Rohölpreis, Dollar

Rohölpreis über 90 Dollar: Nahost-Konflikt treibt Spritpreise

Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 19:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Benzin und Diesel erreichen neue Höchststände. Rohöl über 90 Dollar treibt die Kosten, während die Regierung keine Entlastung plant.

Deutsche Spritpreise steigen: Achter Anstieg in Folge
Eine Zapfpistole füllt Benzin in ein Auto, im Hintergrund eine Tankstelle mit einer digitalen Preisanzeige, die hohe Kraftstoffkosten anzeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Am 20. Juli verzeichneten die Kraftstoffpreise den achten Anstieg in Folge – und liegen jetzt über dem Niveau vor dem Tankrabatt. Die Bundesregierung plant keine neuen Entlastungen.

Preise nähern sich historischen Höchstständen

Ein Liter Super E10 kostete am Montag im Schnitt 2,152 Euro, Diesel schlug mit 2,177 Euro zu Buche. Innerhalb von zwei Wochen verteuerte sich E10 um 13,6 Cent, Diesel sogar um 23,1 Cent.

Damit rücken Rekordwerte in greifbare Nähe: Der aktuelle E10-Preis liegt nur noch vier Cent unter dem Höchststand vom Osterfest und rund fünf Cent unter dem Allzeithoch von 2022. Zwar gab es am Morgen eine leichte Entspannung, doch der ADAC hält ein Überschreiten der alten Rekorde für möglich.

Der Tankrabatt, der von Mai bis Juni die Preise um rund 17 Cent pro Liter senkte, läuft seit dem 30. Juni. Auffällig: Diesel reagiert derzeit deutlich krisenanfälliger als Benzin und hat dieses preislich überholt.

Krieg treibt Ölpreis über 90 Dollar

Haupttreiber der Entwicklung ist der gestiegene Rohölpreis, der am Montag die Marke von 90 US-Dollar pro Barrel überschritt. Grund sind die anhaltenden Kämpfe im Nahen Osten. Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran sowie US-Luftangriffe auf iranische Ziele belasten die Märkte massiv.

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Experten verweisen auf die strategische Bedeutung der Straße von Hormus. Täglich werden dort rund 20 Millionen Barrel Öl transportiert. Eine mögliche Sperrung durch den Iran wird befürchtet.

Verschärft wird die Lage durch Ausfälle in der russischen Ölverarbeitung. In der Woche bis zum 10. Juli fielen dort Raffineriekapazitäten von rund vier Millionen Barrel pro Tag aus. Am 8. Juli verhängte Russland zudem ein Exportverbot für Diesel, was die internationalen Diesel-Futures um 11,6 Prozent steigen ließ. US-Außenminister Rubio signalisierte zwar Gesprächsbereitschaft gegenüber dem Iran, doch eine diplomatische Lösung steht aus.

Keine neuen Entlastungen – trotz hoher Steuerlast

Die Bundesregierung erteilt Forderungen nach neuen Entlastungsprogrammen eine Absage. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte, derzeit seien keine weiteren Maßnahmen geplant. Der vorangegangene Tankrabatt kostete rund 1,6 Milliarden Euro – Schätzungen zufolge behielten Mineralölkonzerne bis zu 200 Millionen Euro dieser Summe ein. Das Bundeskartellamt beobachtet die Preisgestaltung weiterhin intensiv.

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Die steuerliche Belastung ist enorm: Bei Benzin entfallen 65,45 Cent pro Liter auf die Energiesteuer, bei Diesel sind es 47,07 Cent. Hinzu kommen die CO?-Abgabe (17 bis 20 Cent), die Treibhausgasminderungsquote und die Mehrwertsteuer von 19 Prozent.

Seit dem 1. April gilt zudem eine neue Regelung zur Preisgestaltung um 12 Uhr mittags. Juristen weisen darauf hin, dass die Preisschwankungen im Tagesverlauf bis zu 13 Cent betragen können. Die günstigsten Zeiten für Verbraucher sind meist kurz vor 20 Uhr.

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