US-Regierung: Zoll-Ausnahme fĂŒr Elektronik nur vorĂŒbergehend
13.04.2025 - 18:52:16Kaum von Sonderzöllen befreit, stehen Smartphones, Laptops und andere wichtige Elektronikprodukte direkt wieder im Visier der US-Regierung. Nach Angaben von US-Handelsminister Howard Lutnick sollen die gerade erst ausgenommenen Produktgruppen bald erneut mit Zusatzzöllen belegt werden. Auf die Frage beim Sender ABC News, ob die aktuelle Ausnahme nur temporÀr sei, antwortete Lutnick: «Das ist richtig.» US-Medien hatten bereits spekuliert, dass es sich bei der Erleichterung nur um eine Gnadenfrist handeln könnte.
Erst kurz zuvor hatte die US-Regierung Erleichterung geschaffen, indem sie bestimmte Elektronikprodukte von bereits angekĂŒndigten Sonderzöllen â auch gegen China â vorerst ausgenommen hatte. Von der Erleichterung profitiert neben anderen US-Unternehmen besonders Apple: Die weitaus meisten iPhones und andere GerĂ€te des Konzerns werden in der Volksrepublik gebaut, auch wenn in den vergangenen Jahren die Produktion in Vietnam und Indien ausgebaut wurde.Â
Neue Zölle «wahrscheinlich in ein oder zwei Monaten»
Die betroffenen Produktgruppen seien lediglich von den sogenannten reziproken Zöllen ausgenommen worden, betonte der Minister nun. TatsĂ€chlich wĂŒrden sie jedoch bald unter neue sektorale Zölle im Bereich Halbleiter fallen. «Wir mĂŒssen diese Dinge in Amerika herstellen lassen», sagte Lutnick. «Wir können uns bei grundlegenden Dingen, die wir brauchen, nicht auf das Ausland verlassen.» Deswegen werde US-PrĂ€sident Donald Trump in KĂŒrze neue Zölle verkĂŒnden â «die wahrscheinlich in ein oder zwei Monaten kommen werden».Â
Neben ElektronikgerĂ€ten und Halbleitern seien davon auch pharmazeutische Produkte betroffen, erklĂ€rte Lutnick. Er hat sich bereits frĂŒher dafĂŒr ausgesprochen, iPhones kĂŒnftig in den USA fertigen zu lassen, mit Hilfe von Robotern. Branchenexperten halten dies jedoch fĂŒr schwer umsetzbar: Es fehle an den nötigen Zulieferern und FachkrĂ€ften. Zudem wĂŒrde eine Produktion in den USA die GerĂ€te wohl erheblich verteuern.
Trumps Kurs sorgt fĂŒr Unsicherheit
Es ist ein weiteres Beispiel fĂŒr Trumps handelspolitischen Zickzackkurs, der sowohl internationale MĂ€rkte als auch US-Unternehmen und Verbraucher in Unsicherheit stĂŒrzt. Noch vor der VerkĂŒndung der Ausnahmen bei Elektronik war der US-PrĂ€sident gegenĂŒber vielen Handelspartnern zurĂŒckgerudert und hatte Teile von zuvor groĂ angekĂŒndigten Sonderzöllen fĂŒr 90 Tage ausgesetzt.Â
Gleichzeitig verschĂ€rfte er den Kurs gegenĂŒber Peking: Die USA verlangen inzwischen zusĂ€tzliche Abgaben von bis zu 145 Prozent auf Einfuhren aus China. Peking wiederum reagierte mit Gegenzöllen in Höhe von 125 Prozent auf US-Produkte.


