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Blick auf neue MÀrkte - Volkswagen Àndert China-Strategie

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 18:15 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
HEFEI - Angesichts der SchwÀche des chinesischen Automarktes und mehr Konkurrenz aus der Volksrepublik im Ausland Àndert der Volkswagen DE0007664039-Konzern seine China-Strategie.

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HEFEI (dpa-AFX) - Angesichts der SchwĂ€che des chinesischen Automarktes und mehr Konkurrenz aus der Volksrepublik im Ausland Ă€ndert der Volkswagen DE0007664039-Konzern seine China-Strategie. Statt unter dem bisherigen Motto "In China, for China" (In China, fĂŒr China) visieren die Wolfsburger mit "In China, Beyond China" (In China und ĂŒber China hinaus) nun MĂ€rkte außerhalb des Landes an, wie das Unternehmen im ostchinesischen Hefei mitteilte.

Europas grĂ¶ĂŸter Autobauer sprach von einer "entscheidenden VerĂ€nderung", die China nicht nur als einen der wichtigsten MĂ€rkte des Konzerns, sondern auch als zentralen Innovations- und Exportknotenpunkt fĂŒr sein globales GeschĂ€ft positioniere. Perspektivisch will der Konzern mit seinem Entwicklungs- und Produktionsnetzwerk in China mehr MĂ€rkte in SĂŒdostasien, dem sĂŒdlichen Afrika und SĂŒdamerika bedienen. Im April hatte VW DE0007664039 solche PlĂ€ne angedeutet.

VW hatte sich mit seinen Gemeinschaftsunternehmen in China bislang auf den chinesischen Automarkt fokussiert. Exporte waren bislang nicht unbedingt Teil des Plans. Doch neben dem hohen Konkurrenz- und Preisdruck lokaler Marken bereitet nun auch der schwache Automarkt Probleme.

China-Chef: Markt ist im freien Fall

VW-China-Chef Ralf BrandstÀtter sieht den Markt in der Volksrepublik deutlich unter Druck. "Der Gesamtmarkt in China ist im freien Fall", sagte der Manager dem "Handelsblatt". Die Verbraucher sorgten sich um ihre Jobs und hÀtten wenig Vertrauen in die Zukunft. 2025 seien insgesamt mehr als 24 Millionen Fahrzeuge verkauft worden - im laufenden Jahr erwarteten Marktforscher in dem Land weniger als 19 Millionen.

Von einer schnellen Erholung ging BrandstÀtter nicht aus. Bis 2030 erwarteten Marktforscher 19 bis 21 Millionen Fahrzeuge. Konkrete Verkaufsziele das Jahr nannte er nicht - betonte aber: "Wir wollen unseren Marktanteil von elf Prozent langfristig halten". Aus den genannten Zahlen ergeben sich rechnerisch etwa 2,1 bis 2,3 Millionen Fahrzeuge.

Bereits im April hatte der China-Chef seine Ambitionen gesenkt - und war fĂŒr 2030 statt von 3,5 bis 4 Millionen Fahrzeugen eher von rund 3,2 Millionen ausgegangen. In den frĂŒheren Zahlen seien Exporte noch nicht berĂŒcksichtigt gewesen, sagte BrandstĂ€tter nun. Einen Teil des RĂŒckgangs in China werde man damit ausgleichen können. Das Ziel sei weiterhin, grĂ¶ĂŸter internationaler Autobauer in dem Land zu bleiben.

Lage in China schwierig

JĂŒngste Daten des chinesischen Pkw-Verbandes CPCA fĂŒr den Gesamtmarkt zeigen von Januar bis September einen RĂŒckgang der Verkaufszahlen um 21,7 Prozent. Als Konsequenz exportieren die Hersteller und drĂ€ngen nach Europa aber auch in bislang weniger beachtete MĂ€rkte im Globalen SĂŒden. Den Daten zufolge sprangen die Exportzahlen im September um 73,7 Prozent nach oben.

Auch fĂŒr VW ist das China-GeschĂ€ft schwierig: Weltweit lieferte der Konzern von Juli bis September 14,3 Prozent weniger Fahrzeuge aller Marken aus, insgesamt 1,89 Millionen. Das Minus in China machte mehr als 80 Prozent des RĂŒckgangs aus. In dem Land sanken die Verkaufszahlen im dritten Quartal um 38,5 Prozent auf 405.800 Autos.

Warum VW aus China exportiert

Mit dem Strategiewechsel will Volkswagen nicht nur in anderen MĂ€rkten der chinesischen Konkurrenz trotzen, sondern auch neue LĂ€nder bedienen. "China exportiert lĂ€ngst nicht nur Autos, sondern auch Wettbewerbsdruck", sagte BrandstĂ€tter dem "Handelsblatt". Die niedrige Kostenbasis, mit der Hersteller aus dem Land arbeiteten, erreichten Unternehmen außerhalb Chinas nur sehr schwer. Diesen Kostenvorteil wolle VW nutzen.

Die in China entwickelte Technologie ermöglicht demnach den Export aus der Volksrepublik. Neben den niedrigeren Entwicklungskosten profitiert VW in dem Land auch von kĂŒrzeren Zeiten bis zum Markteintritt. Am Forschungs- und Entwicklungsstandort Hefei stellte der Autohersteller nun Vega vor. Das Technologiesystem ist BrandstĂ€tter zufolge das Ergebnis, Spitzentechnologien schneller und kosteneffizienter entwickeln, integrieren und skalieren zu können.

Hinter Vega verbergen sich die in China entwickelten Elektronikarchitektur, Fahrzeugplattformen und Fahrerassistenzsystem. Nach Angaben BrandstĂ€tters werden damit die WettbewerbsfĂ€higkeit auf dem lokalen Markt gestĂ€rkt und neue GeschĂ€ftsmöglichkeiten ĂŒber China hinaus eröffnet. Konzernchef Oliver Blume nannte China laut Mitteilung den "Innovationsmotor" und zunehmend "Produkt- und Technologiezentrum fĂŒr unsere globalen MĂ€rkte". Erst am Vortag hatte BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier den Standort Hefei besucht.

Wohin Volkswagen exportieren will

Der Autohersteller exportiert demnach bereits Fahrzeuge aus China - etwa in den Nahen Osten oder nach Kasachstan und Usbekistan. BrandstĂ€tter zufolge sollen Mexiko, Ägypten, Vietnam und Australien folgen. Die in China entwickelte Technologie soll dabei die Grundlage jener fĂŒr den Globalen SĂŒden bestimmten Verbrenner, Elektro- oder Hybridautos sein. "Noch vor Ende dieses Jahrzehnts wird SĂŒdamerika die erste Region sein, die in China entwickelte Technologien in ihr lokales Portfolio aufnimmt", versprach der Konzern.

VW hat seine KapazitÀten in China zuletzt um mehr als eine Million Fahrzeuge verringert und will sie noch weiter senken. Ob der Konzern in China noch Geld verdient, wollte BrandstÀtter vor Veröffentlichung der Quartalszahlen nicht sagen. "Kaum jemand verdient in diesem Markt noch Geld. Diese Entwicklung geht auch an uns nicht spurlos vorbei", sagte der Manager, der auch Mitglied des VW-Konzernvorstands ist.

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