Italien und Spanien beenden gegenseitige Grenzkontrollen
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 16:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDarauf hÀtten sich die Innenminister beider LÀnder, Matteo Piantedosi und Fernando Grande-Marlaska, in einem TelefongesprÀch verstÀndigt, teilte das Ministerium in Rom mit. Aus Madrid gab es zunÀchst keine Angaben dazu. Der Streit zwischen den EU-LÀndern hatte Ende Juli mit der Ankunft Zehntausender Migranten in der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta begonnen.
Italien hatte damals Kontrollen an HĂ€fen und FlughĂ€fen eingefĂŒhrt, Spanien zog nach. Die MaĂnahmen liefen bislang bis zum heutigen Donnerstag. Die Entscheidung, sie nicht weiter zu verlĂ€ngern, sei nach sorgfĂ€ltiger Analyse der Lage gefallen, teilte das italienische Innenministerium mit. Zugleich solle der Informationsaustausch zwischen beiden LĂ€ndern verstĂ€rkt werden, um die Sicherheit des Schengenraums zu gewĂ€hrleisten, hieĂ es weiter.
EU-Migrationskommissar Magnus Brunner begrĂŒĂte die AnkĂŒndigung der beiden MitgliedslĂ€nder. Schengen sei eine der gröĂten Errungenschaften der EU, schrieb der österreichische Politiker auf X.
Die EuropĂ€ische Kommission kontrolliert die Einhaltung der Vorschriften durch die EU-Staaten im Schengenraum. Die Behörde hatte die gegenseitigen Grenzkontrollen Italiens und Spaniens bisher nicht formell beanstandet, aber immer wieder auf die Regeln verwiesen, die Binnengrenzkontrollen nur in begrĂŒndeten AusnahmefĂ€llen fĂŒr eine begrenzte Zeit erlauben.
Zuvor Schlagabtausch zwischen Rom und Madrid
Die rechte Regierung von MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni in Rom und die linke Regierung von MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez in Madrid liegen wegen des Umgangs mit FlĂŒchtlingen seit lĂ€ngerem im Streit. Italien hatte die Kontrollen mit Risiken fĂŒr die innere Sicherheit und der Gefahr einer "terroristischen Unterwanderung" begrĂŒndet. Spaniens AuĂenminister JosĂ© Manuel Albares hatte die MaĂnahme als "Schande" bezeichnet.
Rom argumentierte bei der EinfĂŒhrung der Kontrollen, die Grenzen mĂŒssten wegen des Andrangs von Migranten auf Ceuta geschĂŒtzt werden. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass sich von dort jemand auf den Weg gemacht hĂ€tte. Die Migranten durften nicht einmal auf das spanische Festland. Die nun vereinbarte Entscheidung der Innenminister folge auf ein Treffen von Meloni und SĂĄnchez beim EuropĂ€ischen Rat vergangene Woche, hieĂ es aus Rom.
