RumÀnien: Parteiloser Diplomat versucht Regierungsbildung
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 20:54 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEr schlug dem Parlament den parteilosen Diplomaten Luca Niculescu fĂŒr das Amt des MinisterprĂ€sidenten vor. Binnen 10 Tagen muss Niculescu nun im Parlament eine Mehrheit suchen, danach folgt die Abstimmung in der Volksvertretung.
Der 55-jĂ€hrige Niculescu ist StaatssekretĂ€r in RumĂ€niens AuĂenministerium und dort zustĂ€ndig fĂŒr die Verhandlungen fĂŒr einen Beitritt RumĂ€niens zur OECD (Organisation fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Von 2016 bis 2022 war er Botschafter seines Landes in Frankreich. Davor hatte er sich in RumĂ€nien als Journalist einen Namen gemacht, zuletzt als Chefredakteur des rumĂ€nischen Dienstes von Radio France Internationale (RFI) und als ein von vielen geschĂ€tzter Moderator politischer Sendungen.
Diplomat soll politische Gegner versöhnen
Mit Blick auf den seit Monaten andauernden Parteienstreit versprach Niculescu zu versuchen, die Gegner zu einer Einigung zu bringen. "RumĂ€nien braucht BrĂŒcken", sagte er. In RumĂ€niens Parlament hat keine Partei allein eine absolute Mehrheit.
Ohne die starken Rechtsextremen von der Partei AUR bekommt keine Regierung die notwendige Mehrheit, falls sich die ĂŒbrigen Parteien nicht einigen. Als bedeutendstes Hindernis dafĂŒr gilt, dass Bolojans PNL und die Sozialdemokraten (PSD) nicht mehr gemeinsam regieren wollen. Beide Parteien waren seit 2025 in einer Koalition, die in diesem FrĂŒhjahr zerbrach. PrĂ€sident Dan hat mehrfach erklĂ€rt, dass er eine Regierung unter Beteiligung von AUR verhindern wolle.
Reformregierung war wegen SparmaĂnahmen gestĂŒrzt worden
Am 5. Mai hatten PSD und AUR Bolojans Regierung per Misstrauensvotum im Parlament gestĂŒrzt mit der BegrĂŒndung, dass diese sozial schmerzhafte SparmaĂnahmen durchgesetzt hatte. PSD verfĂŒgt ĂŒber die stĂ€rkste Fraktion, AUR steht auf Platz zwei.
Nach den bereits zwei im Parlament gescheiterten Kandidaten hÀtte Staatschef Dan das Recht, vorgezogene Parlamentswahlen anzuberaumen. Verpflichtet ist er dazu jedoch nicht, er darf weitere Kandidaten vorschlagen.
