Runder, Tisch

Runder Tisch der Wirtschaft: Berliner VerbÀnde fordern Normenkontrollrat

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehr als 20 Kammern und VerbĂ€nde verlangen BĂŒrokratieabbau, bessere Investitionsbedingungen und ein klares Nein zu EnteignungsplĂ€nen.
Ein modernes Industriegebiet mit KrÀnen und GebÀuden bei Sonnenaufgang, aufgenommen aus der Ferne. Illustration mit AI erstellt.

Zum Beginn der Koalitionsverhandlungen in der Hauptstadt haben mehr als 20 Berliner Kammern und VerbĂ€nde konkrete Maßnahmen zur StĂ€rkung des Industriestandorts angemahnt.

Der Zusammenschluss, der als Runder Tisch der Wirtschaft auftritt, forderte am 2. November 2026 entschiedene Schritte gegen BĂŒrokratie, FachkrĂ€ftemangel und bestehende Investitionshemmnisse. Die Wirtschaftsvertreter drĂ€ngen auf spĂŒrbare Entlastungen, eine Beschleunigung von Planungsverfahren sowie verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen fĂŒr Unternehmen.

BĂŒrokratieabbau und digitale Verwaltung als PrioritĂ€t

Der Runde Tisch der Wirtschaft verlangt am 2. November 2026 unter anderem schnellere Genehmigungen, eine Ausweisung von mehr GewerbeflĂ€chen sowie eine Ausweitung des Wohnungsbaus. Zudem seien umfassende Investitionen in die Infrastruktur und gezielte Maßnahmen zur FachkrĂ€ftesicherung notwendig. Gleichzeitig mĂŒsse eine Sanierung des Landeshaushalts gelingen, ohne dass KĂŒrzungen bei zukunftsrelevanten Projekten vorgenommen werden.

Zu den zentralen Punkten der VerbĂ€nde gehört eine effizientere Verwaltung mit reduzierten Berichtspflichten. Wirtschaftswachstum mĂŒsse zur klaren PrioritĂ€t der kĂŒnftigen Regierungspolitik erklĂ€rt werden. Konkret schlĂ€gt das BĂŒndnis die Einrichtung eines unabhĂ€ngigen Normenkontrollrats vor, um bĂŒrokratische Lasten systematisch zu prĂŒfen und abzubauen.

Zudem fordert der Runde Tisch der Wirtschaft die EinfĂŒhrung digitaler BauantrĂ€ge, verbindliche SanierungsfahrplĂ€ne fĂŒr die marode Infrastruktur sowie die Abschaffung der Ausbildungsplatzabgabe. Neue Steuern und Sonderabgaben lehnen die VerbĂ€nde strikt ab.

Streitpunkt Enteignungen und Vergesellschaftung

Ein deutlicher Schwerpunkt der Kritik richtet sich gegen PlĂ€ne zur Regulierung des Immobilienmarkts. Der Runde Tisch der Wirtschaft pocht auf den Schutz des Privateigentums und wendet sich entschieden gegen die von Linken, SPD und GrĂŒnen anvisierte Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen mit mehr als 10.000 Wohnungen.

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Vorgesehen ist dabei, dass ein Grundbestand von 10.000 Wohnungen ausgenommen bleibt und bis Mitte 2028 ein entsprechender Gesetzentwurf vorgelegt werden soll.

Die UnternehmensverbĂ€nde Berlin-Brandenburg (UVB) kritisierten das vorliegende Sondierungspapier von SPD, Linken und GrĂŒnen als wirtschaftspolitisch falsch, insbesondere wegen der darin enthaltenen EnteignungsplĂ€ne. Auch der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) forderte ein unmissverstĂ€ndliches Bekenntnis gegen Enteignungen.

Forderungen aus den Branchen

FĂŒhrende Branchenvertreter untermauerten die gemeinsamen Kernanliegen. IHK-PrĂ€sident Stietzel betonte am 2. November 2026, dass fĂŒr eine nachhaltige wirtschaftliche StĂ€rkung des Standorts vor allem private Investitionen notwendig seien.

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Der Runde Tisch der Wirtschaft hob in diesem Kontext hervor, dass öffentliche Investitionen in Wohnungsbau und Infrastruktur unerlĂ€sslich seien, um ĂŒberhaupt privates Kapital anzuziehen. Eine ehrliche Haushaltssanierung dĂŒrfe daher nicht ĂŒber zusĂ€tzliche Abgaben erfolgen.

UVB-PrĂ€sident Moschko verlangte einen vollstĂ€ndigen Verzicht auf neue Steuern und Abgaben. Handwerkskammer-PrĂ€sidentin Zarth erklĂ€rte, dass am Ende vor allem der Baufortschritt zĂ€hle, und mahnte verlĂ€ssliche Planungssicherheit fĂŒr die Betriebe an. Auch DEHOGA-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Buchhorn forderte weniger bĂŒrokratische Auflagen und stabile Rahmenbedingungen.

Neben planungsrechtlichen Erleichterungen sprechen sich die VerbĂ€nde zudem fĂŒr ein Signal an ĂŒberregionale MĂ€rkte aus: Sowohl der Runde Tisch der Wirtschaft als auch das Berlin Event Network fordern ein klares Bekenntnis zu internationalen Großereignissen wie einer Bewerbung um die Expo 2035.

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