Kreml, Destabilisierung

Kreml spricht von Destabilisierung der EU durch Ukraine-Beitritt

15.12.2023 - 12:30:41 | dpa.de

Russland erwartet nach Kreml-Angaben eine Destabilisierung der EuropÀischen Union durch den geplanten Beitritt der Ukraine und der Republik Moldau.

Die EU habe mit dem Beginn von Verhandlungen zur Aufnahme der LĂ€nder ihre UnterstĂŒtzung zeigen wollen, durchlebe aber selbst gerade auch in wirtschaftlicher Hinsicht nicht "die besten Zeiten", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. "Zweifellos können solche neuen Mitglieder die EU faktisch destabilisieren." Die EU hatte den Beschluss ĂŒber den Beginn der Verhandlungen am Donnerstag gefasst.

Russland hatte selbst jahrzehntelang großen Einfluss in den frĂŒheren Sowjetrepubliken - und fĂŒrchtet nun vor allem, nach der Ukraine auch noch den wichtigen Agrarstaat Moldau als Handelspartner zu verlieren. Aus Sicht der LĂ€nder, die zu den Ă€rmsten Staaten Osteuropas gehören, und der EU ist Russland allerdings selbst der grĂ¶ĂŸte Destabilisierungsfaktor in der Region. In der Republik Moldau hat Russland in der abtrĂŒnnigen Region Transnistrien Soldaten stationiert. In der Ukraine hĂ€lt Russland im Zuge seines zerstörerischen Angriffskrieges gegen das Land große Teile besetzt.

Peskow zeigte sich erstaunt ĂŒber den Beginn der Beitrittsverhandlungen, zumal in Moskau Experten darauf gesetzt hatten, dass das mit russischem Gas versorgte EU-Mitglied Ungarn den Prozess blockiert. "Die EU hatte immer ziemlich strenge Kriterien fĂŒr einen Beitritt. GegenwĂ€rtig ist offensichtlich, dass weder die Ukraine noch Moldau diesen Kriterien genĂŒgen", sagte Peskow.

Ein Beitritt könnte aber Jahre oder Jahrzehnte dauern. "NatĂŒrlich ist das fĂŒr uns nicht uninteressant, weil wir mit der EU auf einem Kontinent leben. Wir verfolgen das aufmerksam." Das Streben der Ukraine, der Republik Moldau und Georgiens in die EU sei eine souverĂ€ne Entscheidung der Staaten, sagte Peskow. Es sei aber auch klar, dass die EU hier eine politische Entscheidung getroffen habe - und nicht entlang ihrer Regeln. Der Kreml bedauere dabei, dass es darum gehe, Russland zu verĂ€rgern und diese LĂ€nder gegen Moskau aufzubringen.

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