Kreml, Trumps

Kreml kommentiert Trumps Begehrlichkeiten zurĂŒckhaltend

09.01.2025 - 15:19:08

Russland hat verhalten auf die Begehrlichkeiten des designierten US-PrÀsidenten Donald Trump in Bezug auf Kanada oder Grönland reagiert.

Die Arktis sei eine Zone nationalen Interesses fĂŒr Russland, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. "Wir sind an der Erhaltung einer AtmosphĂ€re des Friedens und der StabilitĂ€t in der arktischen Region interessiert und sind bereit, dafĂŒr mit allen LĂ€ndern weltweit zusammenzuarbeiten." Moskau beobachte die "dramatische Entwicklung" aufmerksam, dies sei aber eher eine bilaterale Angelegenheit zwischen den USA und Kanada beziehungsweise DĂ€nemark, so Peskow.

Trump hatte zuletzt wiederholt Begehrlichkeiten mit Blick auf das zum dĂ€nischen Königreich zĂ€hlende Grönland geĂ€ußert. Auch auf Kanada hatte er jĂŒngst immer wieder öffentlich geschielt und das Nachbarland im Norden als möglichen "51. Bundesstaat" der USA beschrieben.

Seitenhieb gegen Europa und den Westen

Kremlsprecher Peskow nutzte den Streit zugleich fĂŒr einen Seitenhieb gegen Europa und den Westen. "Europa hat darauf sehr schĂŒchtern reagiert", behauptete Peskow trotz des scharfen Widerspruchs mehrerer EU-Staatschefs gegen Trumps Anmerkungen.

Peskow zog eine Parallele zwischen Grönland, wo Regierungschef MĂște B. Egede und seine Regierung seit lĂ€ngerem daran arbeiten, die Rahmenbedingungen fĂŒr eine mögliche UnabhĂ€ngigkeit von DĂ€nemark zu schaffen, und der Ostukraine. Dort sind die Menschen seiner Darstellung nach fĂŒr die Loslösung von Kiew eingetreten.

Moskau hat nach Beginn seines Angriffskriegs gegen die Ukraine in den vier teilweise besetzten Gebieten Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja Scheinreferenden abgehalten. Dabei haben sich die dort lebenden Menschen angeblich fĂŒr einen Anschluss an Russland entschieden. International werden die unter Waffengewalt gefĂŒhrten Abstimmungen nicht anerkannt, von der zudem Hunderttausende ausgeschlossen waren - teils durch Vertreibung, teils weil sie in nicht besetzten Teilen der Gebiete lebten.

@ dpa.de