Russland, Niederlande

Gericht: Russland muss Yukos-AktionÀren 50 Milliarden zahlen

17.10.2025 - 15:28:24

Russland hatte einen Ölkonzern aus politischen GrĂŒnden zerschlagen. Die AktionĂ€re gingen leer aus. Doch sie haben Anrecht auf Schadenersatz.

Im langjĂ€hrigen Gerichtsverfahren um die EntschĂ€digung von AktionĂ€ren des zerschlagenen russischen Ölkonzerns Yukos hat das höchste niederlĂ€ndische Gericht auch den letzten Einspruch Russlands zurĂŒckgewiesen. Russland muss demnach den ehemaligen AktionĂ€ren eine EntschĂ€digung von mehr als 50 Milliarden US-Dollar (42,8 Mrd Euro) zahlen. 

Das Gericht in Den Haag bestĂ€tigte damit Urteile der vorigen Instanzen. Damit ist mehr als zehn Jahre nach dem ersten Urteil das Verfahren endgĂŒltig abgeschlossen, wie der Hohe Rat mitteilte. 

Die frĂŒheren AktionĂ€re versuchen seit Jahren in verschiedenen LĂ€ndern, russisches Eigentum in Beschlag zu nehmen, um an ihr Geld zu kommen. 

Kritiker von Putin ausgeschaltet 

Der Öl- und Gaskonzern Yukos gehörte dem frĂŒheren Oligarchen Michail Chodorkowski (62), einem scharfen Kritiker des russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin. Russland hatte den Konzern 2006 fĂŒr insolvent erklĂ€rt, da Chodorkowski angeblich Milliarden Euro Steuern nicht gezahlt hatte. Der Konzern wurde zerschlagen. Die AktionĂ€re gingen leer aus. Chodorkowski saß zehn Jahre lang im GefĂ€ngnis. 

AktionĂ€re klagten aber und forderten Schadenersatz. Das internationale Schiedsgericht mit Sitz in Den Haag hatte ihnen 2014 recht gegeben und ihnen 50 Milliarden US-Dollar Schadenersatz zugesprochen. Denn nach Ansicht des Gerichts war der Konzern aus politischen GrĂŒnden enteignet worden, um «Chodorkowski als potenziellen Rivalen von PrĂ€sident Putin auszuschalten und sich das Eigentum von Yukos anzueignen».

Doch Russland hatte das Urteil ĂŒber alle Instanzen angefochten. Zuletzt hatte es den Hohen Rat wegen angeblicher Verfahrensfehler angerufen. Das wurde jetzt abgeschmettert. 

Urteil weltweit vollstreckbar

Das Urteil, so erklĂ€rten die AnwĂ€lte der AktionĂ€re, sei nun «endgĂŒltig, unumkehrbar und weltweit gegen russisches Staatseigentum vollstreckbar». Insgesamt mĂŒsse Russland einschließlich Zinsen 65 Milliarden Dollar bezahlen.

@ dpa.de