Litauens Geheimdienste: Russland baut MilitÀrfÀhigkeiten aus
07.03.2024 - 13:19:10Der Kreml habe eine umfassende MilitĂ€rreform eingeleitet und baue seine FĂ€higkeiten schrittweise in Richtung Westen aus, heiĂt es in dem am Donnerstag in Vilnius vorgestellten Jahresbericht des MilitĂ€rgeheimdiensts und des Departements fĂŒr Staatssicherheit des baltischen EU- und Nato-Landes.
"Russland stellt enorme Mittel fĂŒr den Krieg in der Ukraine bereit und zeigt keine Absichten, die Situation zu deeskalieren, auch wenn es seine operativen Ziele nicht erreicht. Gleichzeitig bereitet sich Russland auf eine langfristige Konfrontation mit der Nato vor, auch im Ostseeraum", heiĂt es in dem Bericht. Einige der MilitĂ€rreformen haben demnach bereits begonnen, etwa in der Region Kaliningrad und im westlichen Teil Russlands.
"Konfrontation bedeutet nicht, dass Krieg nicht unvermeidbar ist. Wir sollten eine langfristige Konfrontation als einen Kalten Krieg 2.0 betrachten", sagte Oberst Elegijus Paulavicius vom MilitĂ€rgeheimdienst der Agentur BNS zufolge. Dabei könnten etwa groĂe Truppen in der NĂ€he der Grenze auftauchen, sich dort bewegen und groĂangelegte Ăbungen abhalten.
Wie schnell und weitgehend die russische MilitĂ€rreform umgesetzt werden kann, hĂ€ngt nach EinschĂ€tzung der Geheimdienste vom Verlauf und Ausgang des Kriegs in der Ukraine ab, den Russland mit den vorhandenen Ressourcen noch zwei Jahre lang in Ă€hnlicher IntensitĂ€t fortsetzen könne. Der Kreml habe die Wirtschaft an die BedĂŒrfnisse des Kriegs angepasst, der mehr kostet als erwartet. Doch halte sie aufgrund hoher Ălpreise, staatlicher Investitionen in die MilitĂ€rindustrie und der Umgehung von Sanktionen besser durch als gedacht, hieĂ es in dem Bericht.

