MilitÀranalyse: Russland im Mittelmeer geschwÀcht
13.12.2024 - 11:54:08Der russische Mittelmeerverband habe den syrischen Hafen Tartus bereits verlassen, heiĂt es in einem Vermerk des Verteidigungsministeriums, der der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.
Sicherheitsgarantien der neuen Machthaber in Syrien nach dem Sturz von Baschar al-Assad beziehen sich demnach wahrscheinlich lediglich auf den Abzug russischer KrÀfte "und nicht auf deren dauerhaften Verbleib".
Russische Drehscheibe fĂŒr Afrika wird gestört
Der MilitÀrflughafen im syrischen Latakia werde - wie auch bislang der Hafen Tartus - von Russland genutzt, um in nordafrikanischen Libyen eine Drehscheibe zur Versorgung russischer KrÀfte in Afrika zu unterhalten.
Ein Wegfall des Flugplatzes Latakia fĂŒhre wahrscheinlich zu einer BeeintrĂ€chtigung der Lufttransporte aus Russland nach Libyen, da die Flugzeuge aufgrund der lĂ€ngeren Flugstrecke weniger Material mitfĂŒhren könnten. Somit blieben Lufttransporte schwerer GĂŒter ohne Zwischenlandung nur möglich, wenn es weiter tĂŒrkische Durchfluggenehmigungen gebe. "Diese werden in der NATO kritisch bewertet", heiĂt es in dem Vermerk.
Wahrscheinlich sei, dass ein Verlust der russischen StĂŒtzpunkte in Syrien die logistischen AblĂ€ufe Russlands "von und nach Afrika zumindest kurz- bis mittelfristig beeintrĂ€chtigt und schwere Materialtransporte eingeschrĂ€nkter durchgefĂŒhrt werden können". Jedoch werde das aktuelle Niveau militĂ€rischen Engagements in Afrika "grundsĂ€tzlich nicht signifikant beeintrĂ€chtigt".
Materialtransporte und Nachversorgung mit Waffen behindert
Der syrische Hafen Tartus sei bislang der einzige dauerhaft fĂŒr Russland verfĂŒgbare StĂŒtzpunkt im östlichen Mittelmeer gewesen. Der Wegfall werde sich strategisch wahrscheinlich negativ auf eine verlĂ€ssliche militĂ€rische PrĂ€senz Russlands im östlichen Mittelmeer auswirken: Materialtransporte und die Nachversorgung fĂŒr verschossene Waffen seien nur noch unter Auflagen oder gar nicht mehr möglich.
Weiter heiĂt es, ohne Einigung mit den neuen syrischen Machthabern werde es fĂŒr Russland wahrscheinlich nur noch eine "eingeschrĂ€nkte Aufrechterhaltung der maritimen PrĂ€senz im Mittelmeer" geben.

