Medwedew, Atomdrohung

Medwedew rudert nach Atomdrohung gegen USA zurĂŒck

23.06.2025 - 21:44:39

Russlands Ex-PrĂ€sident Dmitri Medwedew hat Drohungen zu möglichen Atomlieferungen von Drittstaaten an den Iran nach einem RĂŒffel von US-PrĂ€sident Donald Trump rhetorisch entschĂ€rft.

Er verurteile zwar den US-Raketenschlag gegen Iran, schrieb er auf Englisch bei der Plattform X. "Aber Russland hat nicht die Absicht, Atomwaffen an den Iran zu liefern, weil wir im Gegensatz zu Israel Mitglied des Atomwaffensperrvertrags sind", schrieb der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrat immer noch einflussreiche Politiker.

Medwedew hatte zunÀchst Spekulationen ausgelöst, als er bei seiner Kritik am US-amerikanischen Beschuss iranischer Atomanlagen schrieb, dass nun eine Reihe von Staaten bereit sei, Teheran Atomsprengköpfe zu liefern. Medwedew nannte keine bestimmten LÀnder.

Trump weist Medwedew zurecht

Trump hatte daraufhin verbal zurĂŒckgeschlagen: Habe Medwedew das wirklich gesagt, fragte der US-PrĂ€sident auf seiner eigenen Plattform Truth Social. Das N-Wort (gemeint sind Nukleardrohungen) solle nicht so beilĂ€ufig genutzt werden, forderte er. Aus diesem Grund sei auch Wladimir Putin russischer PrĂ€sident und nicht mehr Medwedew.

Medwedews ursprĂŒngliche Drohung deckt sich nicht mit der offiziellen russischen Haltung. Moskau verteidigt zwar eine friedliche Atomnutzung im Iran, ist aber gegen dessen atomare Bewaffnung. Der 59-JĂ€hrige galt zu seiner Zeit im Kreml von 2008 bis 2012 als liberaler HoffnungstrĂ€ger. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine fĂ€llt er öffentlich aber vor allem mit scharfmacherischen Äußerungen auf.

@ dpa.de