Putin und Xi bekrÀftigen in Moskau enge Partnerschaft
08.05.2025 - 16:53:24 | dpa.deJahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs ihre enge Partnerschaft bekrĂ€ftigt. "Vor dem Hintergrund einer schwierigen geopolitischen Lage und globaler Unsicherheit ist die russisch-chinesische auĂenpolitische Verbindung der wichtigste stabilisierende Faktor auf der internationalen BĂŒhne", sagte Putin, der den 2022 begonnenen russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine als Mit-Auslöser fĂŒr diese Krisenlage und Unsicherheit unerwĂ€hnt lieĂ. Eine gemeinsame ErklĂ€rung warf Fragezeichen auf.
Der international immer noch stark isolierte Kremlchef hatte Xi als Hauptgast fĂŒr die Feierlichkeiten zum Sieg der Sowjetunion ĂŒber Nazi-Deutschland eingeladen. Moskau feiert das Kriegsende traditionell am 9. Mai mit einer groĂen MilitĂ€rparade auf dem Roten Platz. Besonders im Westen löst die Waffenschau parallel zu Putins Krieg gegen die Ukraine massive Kritik aus.
China bezeichnet sich im Ukraine-Krieg offiziell als neutral. Das Land steht aber international in der Kritik, Russland bei der Invasion zu unterstĂŒtzen - die Zusammenkunft in Moskau dĂŒrfte den Vorwurf nur befeuern.
Gemeinsame ErklÀrung zur Krisenlösung und gegen Atomkrieg
In einer gemeinsamen ErklĂ€rung befĂŒrworten Russland und China politische Wege zur Lösung von Krisensituationen und zur Beseitigung nicht nur ihrer Folgen, sondern auch ihrer Ursachen. Krisen sollten "im Wege des Dialogs" beigelegt werden, zudem sollte die internationale Gemeinschaft an der Beilegung "heiĂer Konflikte" beteiligt werden, heiĂt es in der ErklĂ€rung. Aus dem Dokument, das auf der Website des Kreml veröffentlicht wurde, ging allerdings nicht hervor, ob dies auch fĂŒr die Lösung des russisch-ukrainischen Krieges gelten sollte.
Daneben wollten Moskau und Peking ihre Zusammenarbeit bei der "Aufrechterhaltung und StĂ€rkung der globalen strategischen StabilitĂ€t und der BekĂ€mpfung gemeinsamer Bedrohungen" vertiefen. Zudem vereinbarten Russland und China, gemeinsam einer Militarisierung des Weltraums entgegenzuwirken. Der Weltraum sollte nicht fĂŒr bewaffnete Konfrontationen genutzt werden, hieĂ es.
Sowohl Russland als auch China wollten AktivitĂ€ten entgegentreten, die darauf abzielen, militĂ€rische Ăberlegenheit zu erlangen und den Weltraum als "Kriegsgebiet" zu nutzen. Experten gehen davon aus, dass beide LĂ€nder sowie die USA bereits an konkreten PlĂ€nen zur militĂ€rischen Nutzung des Weltraums arbeiten.
Angesichts der aktuellen Spannungen lehnten beide Seiten eine "Entfesselung des WettrĂŒstens" ab. Auch hier blieb unerwĂ€hnt, dass vor allem Russlands Angriffskrieg gegen Kiew vor allem in den ehemaligen Sowjetrepubliken Ăngste vor einer Ausweitung des Konflikts schĂŒrt und dieser auch in vielen Staaten Europas zu einer neuen, verstĂ€rkten AufrĂŒstung fĂŒhrt.
Zudem sprachen sich Moskau und Peking gegen einen Atomkrieg aus. Sie bekrĂ€ftigten dabei ihr Festhalten an der gemeinsamen ErklĂ€rung der FĂŒhrer der fĂŒnf Kernwaffenstaaten - Russland, China, USA, Frankreich und GroĂbritannien - ĂŒber die VerhĂŒtung eines Atomkrieges und die Vermeidung eines WettrĂŒstens vom 3. Januar 2022. Seit Beginn der Invasion in die Ukraine vor ĂŒber drei Jahren hat Russland bereits mehrmals mit dem Einsatz von Kernwaffen gedroht.
Handel soll ausgebaut werden
Xi sagte nach Angaben der chinesischen Staatsagentur Xinhua, dass Russland und China ihr gegenseitiges politisches Vertrauen angesichts der beispiellosen globalen VerÀnderungen bei dem Treffen vertieft hÀtten.
Russland ist ein wichtiger Absatzmarkt fĂŒr chinesische Autos. Die Volksrepublik wolle zusammen mit Russland die Interessen beider LĂ€nder vor "Unilateralismus und Schikanen" verteidigen - eine Formulierung, die China auch in Bezug auf den Handelsstreit mit den USA verwendet. Unilateralismus bezeichnet die Strategie eines Staates, vor allem die eigenen Interessen zu verfolgen - ohne RĂŒcksicht etwa auf internationale Partner und Organisationen.
China wiederum ist wichtiger Abnehmer von russischen Rohstoffen wie Gas und Ăl. Der Verkauf der EnergietrĂ€ger spĂŒlt Geld in Putins Kriegskasse. Russlands Energieminister Sergej Ziwiljow sagte mit Blick auf PlĂ€ne in der EU, ab 2027 auf russisches Gas zu verzichten, dass Moskau andere Abnehmer finden werde. Die westlichen Sanktionen im Zuge des russischen Krieges gegen die Ukraine bezeichnete er erneut als illegal.
Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

