Saarbahn-Streik: Achter Warnstreik bei 100 Lokführern eskaliert
Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 18:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rund 300 Arbeitnehmervertreter der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sind am Mittwoch im Hotel Esperanto in Fulda zusammengekommen. Die dreitägige Fachkonferenz läuft vor dem Hintergrund eines eskalierenden Arbeitskampfes im Saarland.
Strategie, Tarife und das Tarifeinheitsgesetz
Bis zum 24. Juli diskutieren die Betriebsräte über zentrale gewerkschaftspolitische Themen. Im Fokus: Qualifizierung von Beschäftigten, die allgemeine Tarifpolitik und die Anwendung des Tarifeinheitsgesetzes. Letzteres regelt die Position von Spartengewerkschaften in Betrieben mit mehreren Arbeitnehmervertretungen – ein Dauerbrenner für die GDL.
Die Teilnehmer arbeiten zudem den bereits erzielten Tarifabschluss bei der Deutschen Bahn auf. Die Konferenz dient als Plattform, um Umsetzungsschritte zu koordinieren und künftige Schwerpunkte für die betriebliche Mitbestimmung festzulegen.
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Eskalation bei der Saarbahn
Parallel zur Konferenz verschärfte sich die Auseinandersetzung im Regionalverkehr des Saarlandes. Die GDL rief am Mittwoch um 12:00 Uhr zum achten Warnstreik bei der Saarbahn auf. Betroffen sind rund 100 Lokführer des Verkehrsunternehmens.
Die Gewerkschaft begründete den Schritt mit dem Fehlen eines verhandlungsfähigen Angebots. Zu den Kernforderungen gehören:
- 8 Prozent mehr Gehalt rückwirkend zum Jahresanfang
- 8 Prozent höhere Zulagen
- Weihnachtsgeld auf 100 Prozent
- Zulagen für geteilte Schichten und den Einsatz in zwei Schienensystemen
- Höherer Arbeitgeberbeitrag zur betrieblichen Altersvorsorge
Die Linie S1 zwischen Lebach und Saargemünd musste komplett eingestellt werden. Die Saarbahn bereitet einen Schienenersatzverkehr mit Bussen vor – voraussichtlich vom 23. bis 26. Juli.
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Nächster Stopp: Leipzig
Die Beratungen in Fulda sind erst der Auftakt. Die GDL plant bereits eine Nachfolgeveranstaltung im September 2026 in Leipzig. Dort sollen die Ergebnisse der Tarifauseinandersetzungen und die Entwicklungen in der Verkehrspolitik weiter diskutiert werden.
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