Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident fĂŒr Ausrufen der Haushaltsnotlage im Bund
10.02.2024 - 14:18:15"Wenn die Bundesregierung die Notlage erklĂ€ren wĂŒrde, könnte das fĂŒr groĂen Schwung in der Wirtschaft sorgen", sagte Haseloff dem Handelsblatt am Samstag. "Wir sind in einer Ausnahmesituation." Es brauche dringend Impulse, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bekommen. Dazu zĂ€hlte der dienstĂ€lteste MinisterprĂ€sident auch mögliche Steuersenkungen.
Durch das Ausrufen der Haushaltsnotlage könnte die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ausgesetzt werden. Sie sieht vor, dass die Haushalte von Bund und LÀndern grundsÀtzlich ohne Einnahmen aus Krediten auszugleichen sind. Bei Naturkatastrophen oder anderen Notsituationen kann die Schuldenbremse ausgesetzt werden.
Haseloff sagte dem "Handelsblatt" nun: "Wir sollten die staatlichen Abgaben auf Energie, soweit es geht, senken und auf die Einnahmen verzichten." Auch LĂ€nder und Kommunen sollten kurzfristig auf Einnahmen verzichten. Sie sollten dafĂŒr an anderer Stelle entlastet werden.
Der Bundestag hatte Anfang Februar den hart umkĂ€mpften Haushalt fĂŒr das laufende Jahr beschlossen - erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie unter Einhaltung der Schuldenbremse. Haseloff betonte, dass grundsĂ€tzlich an der Schuldenbremse festgehalten werden solle.
Die Bundesregierung mĂŒsse vor allem im Sozialbereich Einsparungen vornehmen, forderte Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident. "Wir geben Milliarden aus, um Menschen zu alimentieren, anstatt sie in Arbeit zu bringen." Sachsen-Anhalt hatte selbst fĂŒr die Jahre 2023 und 2024 eine Notlage festgestellt, um erforderliche Kredite aufzunehmen. Der Bund der Steuerzahler mahnte zuletzt immer wieder, die Schuldenbremse nicht dauerhaft ĂŒber die Feststellung einer Notlage auszusetzen.

