Saisonaler Gesundheitsschutz: Krankenkassen und Hilfsorganisationen forcieren Grippeimpfungen und Blutspenden
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 18:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Zum Beginn der diesjĂ€hrigen Herbstsaison rufen gesetzliche Krankenkassen, GesundheitsĂ€mter und Hilfsorganisationen verstĂ€rkt zu prĂ€ventiven MaĂnahmen auf. Im Zentrum der BemĂŒhungen stehen die Grippeschutzimpfung sowie die Stabilisierung der BlutvorrĂ€te.
Insbesondere fĂŒr Unternehmen und deren BeschĂ€ftigte gewinnt die gesundheitliche Vorsorge an Bedeutung, um infektionsbedingte AusfĂ€lle zu minimieren und die allgemeine Versorgungssicherheit zu gewĂ€hrleisten.
Intensivierung der Grippeschutz-Kampagnen zum Saisonauftakt
Die Pronova BKK empfiehlt in einer aktuellen Mitteilung eine möglichst frĂŒhzeitige Influenza-Impfung fĂŒr die Saison 2026/27. Da der vollstĂ€ndige Immunschutz erst nach etwa zwei Wochen eintritt, sei ein zeitnaher Termin ratsam. Die Kosten fĂŒr die Impfung werden von der gesetzlichen Krankenversicherung ĂŒbernommen.
Das Angebot richtet sich besonders an Personen ab 60 Jahren, Schwangere, Bewohner von Pflegeheimen sowie chronisch Erkrankte. Nach Angaben der Krankenkasse sei bisher nur jedes zehnte chronisch vorerkrankte Kind geimpft worden, obwohl rund ein Drittel der influenzabedingten Krankenhausaufenthalte auf Kinder entfalle.
Auch kommunale Stellen und medizinische Standesorganisationen intensivieren ihre Aufrufe. Das Gesundheits- und VeterinĂ€ramt MĂŒnster sowie die dortigen Ă€rztlichen Körperschaften raten zu einem Impfzeitraum zwischen Oktober und Mitte Dezember. Neben Arztpraxen und BetriebsĂ€rzten bieten vereinzelt auch Apotheken Impfungen an.
Unter bestimmten medizinischen Voraussetzungen sei zudem eine gleichzeitige Verabreichung der COVID-19-Impfung möglich. In Sachsen-Anhalt betont die KassenĂ€rztliche Vereinigung, dass sich dort alle impfwilligen Personen unabhĂ€ngig vom Alter schĂŒtzen lassen können, da der Impfstoff jĂ€hrlich an die aktuell zirkulierenden Virusvarianten angepasst werde.
Regionale Unterschiede bei Infektionsgeschehen und Impfquoten
Die Relevanz der Vorsorge wird durch statistische Daten aus der vergangenen Saison unterstrichen. Das sĂ€chsische Gesundheitsministerium verzeichnete fĂŒr den Zeitraum 2025/2026 insgesamt 264 influenzabedingte TodesfĂ€lle, was einen Anstieg gegenĂŒber den 202 SterbefĂ€llen der Vorsaison bedeutet.
Knapp 91 Prozent der Verstorbenen waren mindestens 70 Jahre alt. Die Zahl der gemeldeten GrippefÀlle in Sachsen lag zuletzt bei 28.557, nach 44.432 im Vorjahreszeitraum. Die Impfquote wurde dort zuletzt mit 20,6 Prozent beziffert.
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In ThĂŒringen beobachten das Gesundheitsministerium und der HausĂ€rzteverband derzeit eine leicht zunehmende Tendenz bei den ErkĂ€ltungserkrankungen. In den vergangenen vier Meldewochen seien jeweils weniger als zehn GrippefĂ€lle pro Woche registriert worden.
WĂ€hrend die Zahl der Arztbesuche wegen Atemwegserkrankungen noch auf niedrigem Niveau liege, sei ein leichter AufwĂ€rtstrend erkennbar. FĂŒr die aktuelle Saison 2026/27 werden jedoch keine EngpĂ€sse bei den Impfstoffen erwartet.
Einen unkonventionellen Weg der Patientenansprache wĂ€hlte das Gesundheitsreferat der Stadt MĂŒnchen. Erstmals wurden auf dem Oktoberfest in der SanitĂ€tswache Impfungen gegen Grippe und Corona angeboten. Nach den ersten sechs Festtagen waren bereits 322 Personen geimpft, was dazu fĂŒhrte, dass Impfstoff kurzfristig nachbestellt werden musste.
Die Stadtverwaltung verwies darauf, dass in Deutschland lediglich etwa ein Drittel der Personen mit einer entsprechenden Empfehlung der StĂ€ndigen Impfkommission (STIKO) gegen Grippe geimpft sei, wĂ€hrend die Quote in Skandinavien bei ĂŒber zwei Dritteln liege.
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Angespannte Lage bei der Versorgung mit Blutkonserven
Parallel zu den Impfaufrufen warnen die DRK-Blutspendedienste vor einer kritischen Versorgungslage. Im Bereich Nord-Ost reichen die VorrĂ€te in Hamburg und Schleswig-Holstein aktuell nur fĂŒr zwei bis drei Tage, wĂ€hrend fĂŒr eine sichere Patientenversorgung ein Puffer von vier bis fĂŒnf Tagen notwendig wĂ€re. Besonders gesucht seien die Blutgruppen 0 Rh-negativ und 0 Rh-positiv. Werktags werden in dieser Region rund 500 Spenden benötigt.
Ăhnlich stellt sich die Situation in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, ThĂŒringen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern dar. Dort lag die Zahl der tĂ€glichen Spender im September bei rund 2.700, benötigt wĂŒrden jedoch bis zu 3.000 Personen.
Aktuell stehen rund 9.000 Blutkonserven zur VerfĂŒgung, fĂŒr eine stabile Versorgung wĂ€ren 10.000 Einheiten erforderlich. Laut dem DRK-Blutspendedienst spenden bundesweit lediglich 3 Prozent der spendefĂ€higen Bevölkerung Blut. Um ferienbedingte RĂŒckgĂ€nge im Herbst auszugleichen, planen die Dienste verstĂ€rkt Sonderaktionen in den kommenden Wochen.
