San Francisco: Neue HĂŒrde fĂŒr ZwangsrĂ€umungen wegen Mietschulden geplant
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 22:52 Uhr | Redaktion boerse-global.deAktuelle Berichte vom 29.10.2026 verdeutlichen eine zunehmende Belastung auf den WohnungsmĂ€rkten mehrerer LĂ€nder. In verschiedenen Regionen zeigen sich wachsende MietrĂŒckstĂ€nde und eine Zunahme von ZwangsrĂ€umungen, wĂ€hrend Behörden und Wohnungsgesellschaften mit PrĂ€ventionsprogrammen und regulatorischen Schritten gegensteuern.
Zuspitzung bei ZahlungsrĂŒckstĂ€nden in den Niederlanden
In den Niederlanden verzeichnete der Dachverband der Wohnungsbaugesellschaften Aedes fĂŒr das Jahr 2025 zwar einen RĂŒckgang der betroffenen Mieter auf rund 122000 gegenĂŒber rund 140000 im Jahr 2024. Gleichzeitig stiegen die ZwangsrĂ€umungen jedoch leicht von rund 1300 auf rund 1400 an.
Zudem verschĂ€rfte sich die finanzielle Schieflage bei den Betroffenen: Der Anteil der Mieter mit mehr als zwei Monaten ZahlungsrĂŒckstand kletterte 2025 auf rund 36%, verglichen mit rund 30% im Vorjahr. Bei den ĂŒbrigen 64% belief sich der RĂŒckstand auf ein bis zwei Monatsmieten.
FĂŒr das erste Halbjahr 2026 berichtete rund die HĂ€lfte der befragten Wohnungsbaugesellschaften bereits wieder ĂŒber einen Anstieg bei sĂ€umigen Mietern sowie bei der Schuldenhöhe je Haushalt.
In sieben von zehn RĂ€umungsfĂ€llen spielten Mietschulden eine entscheidende Rolle, hĂ€ufig begleitet von Problemen wie illegaler Untervermietung oder BelĂ€stigungen. Rund 114000 AntrĂ€ge auf Zahlungsvereinbarungen wurden 2025 registriert. In Amsterdam wurden im selben Jahr 49 Sozialwohnungen aus rein finanziellen GrĂŒnden gerĂ€umt.
Hohe Belastung in den USA und neue Schutzgesetze
In den Vereinigten Staaten meldete Baltimore County fĂŒr das Fiskaljahr 2025 mehr als 4300 ZwangsrĂ€umungen â der höchste Wert aller Jurisdiktionen im Bundesstaat Maryland, obwohl die Zahlen landesweit rĂŒcklĂ€ufig waren. An einem einzigen Verhandlungstag am Bezirksgericht in Towson umfasste die Liste 735 FĂ€lle.
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Bei einer Medianmiete von etwa 1.700 US-Dollar pro Monat flossen zuvor ĂŒber 115 Millionen US-Dollar an Bundeshilfen in die Vermeidung von geschĂ€tzt 8500 RĂ€umungen. County Executive Kathy Klausmeier verwies auf zusĂ€tzliche 5 Millionen US-Dollar im diesjĂ€hrigen Haushalt fĂŒr bezahlbaren Wohnraum.
Die Kommunalpolitik in San Francisco reagierte derweil mit rechtlichen HĂŒrden auf das Problem: Das Board of Supervisors stimmte am 20.10.2026 einstimmig einer Vorlage von Supervisor Jackie Fielder zu.
Demnach sollen RĂ€umungen wegen Mietschulden erst zulĂ€ssig sein, wenn der RĂŒckstand eine ortsĂŒbliche Vergleichsmiete ĂŒbersteigt. Diese liegt bei rund 2.485 US-Dollar fĂŒr ein Studio-Apartment, 2.977 US-Dollar fĂŒr Ein-Zimmer-Wohnungen sowie 3.604 US-Dollar fĂŒr Zwei-Zimmer-Wohnungen. Eine zweite Anhörung steht noch aus, ein Inkrafttreten gilt frĂŒhestens ab Dezember als möglich.
PrÀvention und wachsende AusstÀnde in Europa
In Oberösterreich wurden 2025 insgesamt 554 Wohnungen gerĂ€umt. Das Netzwerk Wohnungssicherung betreute 2785 Haushalte mit 6510 Personen, darunter 2404 Kinder. In ĂŒber 70% der FĂ€lle gelang es, den Wohnraum zu sichern, sodass es nur zu 60 Delogierungen kam.
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Das Land stellte dafĂŒr 2025 rund 1,71 Millionen Euro bereit. Ăber das bundesweite Hilfsprogramm Wohnschirm wurden in Oberösterreich von JĂ€nner 2022 bis Ende September 2026 insgesamt rund 6,37 Millionen Euro ausbezahlt.
Auf den Kanarischen Inseln verzeichnete die öffentliche Wohnungsgesellschaft Visocan zum Ende des Jahres 2025 offene Mietforderungen von 27,4 Millionen Euro nach 23,8 Millionen Euro im Vorjahr. Insgesamt 3317 Mieter waren sĂ€umig, wobei der GroĂteil auf Bezieher von Mietbeihilfen entfiel.
In Finnland ermittelte der Verband Kiinteistöliitto, dass fast jede zweite Wohnungsgesellschaft offene Instandhaltungs- und Nebenkosten aufweist. Bei 10% der befragten Einheiten stiegen diese AuĂenstĂ€nde zuletzt weiter an, was vereinzelt bis zur behördlichen Inbesitznahme der Wohnungen fĂŒhrt.
