SanitÀr-Heizungs-Klimatechnik: Ausbildung und UmsÀtze legen stark zu
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 08:09 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSIn Berufen der SanitĂ€r-, Heizungs- und Klimatechnik haben im Jahr 2025 knapp 14.400 Menschen eine Ausbildung begonnen. Damit stieg die Zahl der neuen AusbildungsvertrĂ€ge im Zehn-Jahres-Vergleich um 30,5 Prozent gegenĂŒber rund 11.000 im Jahr 2015.
Mehr Nachwuchs in SHK-Berufen
Zu dem Bereich zĂ€hlen vor allem Anlagenmechaniker fĂŒr SanitĂ€r-, Heizungs- und Klimatechnik, vereinzelt auch Ofen- und Luftheizungsbauer. Die Zahlen stammen aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis). Die ĂŒberwiegende Mehrheit der neuen Auszubildenden in diesen Berufen ist weiterhin mĂ€nnlich.
Im Jahr 2025 lag der Frauenanteil unter den NeuabschlĂŒssen bei 2,4 Prozent und damit deutlich unter dem Durchschnitt aller Berufsgruppen im dualen System. Insgesamt wurde 2025 mehr als jeder dritte Ausbildungsvertrag im dualen System von einer Frau abgeschlossen, der Anteil lag hier bei 36,0 Prozent.
BeschÀftigung steigt, viele stehen vor dem Ruhestand
Auch die Zahl der ErwerbstĂ€tigen in der Branche ist in den vergangenen fĂŒnf Jahren gewachsen. Nach Erstergebnissen des Mikrozensus waren 2025 rund 278.000 Menschen in Berufen der SanitĂ€r-, Heizungs- und Klimatechnik beschĂ€ftigt. Das sind 4,1 Prozent mehr als 2021, als rund 267.000 Personen in entsprechenden Berufen tĂ€tig waren.
Zum Vergleich stieg die Zahl aller ErwerbstĂ€tigen im selben Zeitraum um 3,7 Prozent. Knapp jeder vierte ErwerbstĂ€tige in den SHK-Berufen war 2025 zwischen 55 und 64 Jahre alt. Mit einem Anteil von 23,3 Prozent liegt dieser Wert nur geringfĂŒgig ĂŒber dem Anteil der 55- bis 64-JĂ€hrigen bei allen ErwerbstĂ€tigen insgesamt, der bei 23,0 Prozent lag.
Preise fĂŒr Installationsarbeiten ziehen deutlich an
Der Anteil der 55- bis 64-JĂ€hrigen in Berufen der SanitĂ€r-, Heizungs- und Klimatechnik ist binnen fĂŒnf Jahren leicht gestiegen. 2021 hatte er noch bei 22,3 Prozent gelegen, unter allen ErwerbstĂ€tigen waren es 22,0 Prozent. Neben dem Personalbestand hat sich auch das Preisniveau in der Branche nach oben bewegt.
FĂŒr Arbeiten an Gas-, Wasser- und EntwĂ€sserungsanlagen mussten Verbraucher im August dieses Jahres 6,6 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahresmonat. Die Preise fĂŒr Arbeiten an Heizungs- und WassererwĂ€rmungsanlagen erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 5,1 Prozent. Die Verbraucherpreise insgesamt nahmen dagegen nur um 2,9 Prozent zu.
Mehr groĂe Betriebe und doppelte UmsĂ€tze
Der Boom der eher kleinstrukturierten Branche zeigt sich schlieĂlich in der wachsenden Zahl gröĂerer Betriebe. Im ersten Quartal 2026 waren knapp 4.100 Betriebe von Unternehmen mit mindestens 20 BeschĂ€ftigten in der Gas-, Wasser-, Heizungs-, LĂŒftungs- und Klimainstallation tĂ€tig, deutlich mehr als noch vor zehn Jahren.
Im ersten Quartal 2016 hatte die Zahl dieser Betriebe mit gut 2.900 deutlich niedriger gelegen. Das entspricht einem Plus von 38,9 Prozent. Noch stÀrker legten die UmsÀtze zu: Sie verdoppelten sich im selben Zeitraum von knapp 2,9 Milliarden Euro auf rund 5,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 103,8 Prozent.
Die aktuellen Zahlen zu Ausbildung, BeschĂ€ftigung und Preisen in der SanitĂ€r-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) zeigen eine Branche im krĂ€ftigen Wachstum, die zugleich vor einem demografischen Ăbergang steht. Der starke Zuwachs bei neuen AusbildungsvertrĂ€gen und die steigenden UmsĂ€tze deuten auf eine anhaltend hohe Nachfrage nach Fachleistungen, nicht zuletzt durch energetische Sanierung und Modernisierung im GebĂ€udebestand.
Struktureller FachkrÀftebedarf und Energiewende
Besonders relevant ist der gleichzeitige Anstieg der BeschĂ€ftigtenzahlen und der hohe Anteil Ă€lterer ErwerbstĂ€tiger. Wenn knapp jeder vierte BeschĂ€ftigte in den kommenden Jahren altersbedingt ausscheidet, mĂŒssen die hohen Ausbildungszahlen ausreichend bleiben, um den FachkrĂ€ftebedarf zu decken. Die SHK-Berufe sind fĂŒr die Umsetzung klimapolitischer Ziele zentral, etwa bei der Installation effizienter Heizsysteme, WĂ€rmepumpen und moderner LĂŒftungsanlagen. Entsprechend dĂŒrfte die Nachfrage nach qualifizierten FachkrĂ€ften auf absehbare Zeit hoch bleiben.
FĂŒr private Haushalte und Unternehmen spiegeln die höheren Preise fĂŒr Installationsarbeiten eine Mischung aus gestiegenen Materialkosten, hoher Auslastung der Betriebe und allgemein wachsender Nachfrage wider. Der Preisauftrieb liegt deutlich ĂŒber der gesamtwirtschaftlichen Verbraucherpreisinflation, was die besondere Dynamik der Branche unterstreicht und Investitionsentscheidungen beeinflussen kann.
Geschlechterstruktur und Unternehmenslandschaft
AuffÀllig ist der sehr niedrige Frauenanteil unter den neuen Auszubildenden, der weit unter dem Durchschnitt des dualen Systems liegt. Damit bleibt die Branche im Vergleich zu vielen anderen Ausbildungsfeldern stark mÀnnlich geprÀgt und verzichtet potenziell auf ein erhebliches Rekrutierungsreservoir. Initiativen zur Gewinnung weiblicher FachkrÀfte könnten hier mittel- bis langfristig zur Entspannung beitragen.
Der starke Zuwachs gröĂerer Betriebe und die Verdopplung der UmsĂ€tze in zehn Jahren zeigen, dass sich die eher traditionell kleinbetrieblich geprĂ€gte SHK-Landschaft strukturell wandelt. Mehr Unternehmen mit mindestens 20 BeschĂ€ftigten deuten auf Professionalisierung, Skalierung und eine höhere KapazitĂ€t fĂŒr gröĂere Projekte, etwa im Geschosswohnungsbau oder in gewerblichen Immobilien. FĂŒr Kunden kann dies mehr Angebot, aber auch stĂ€rkere Konzentration bedeuten.
