SAP-Quartalszahlen: Cloud-Auftragsbestand springt auf 22,9 Mrd
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 08:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Walldorfer Softwarekonzern SAP hat am 23. Juli seine Quartalszahlen vorgelegt und den Ausblick für das operative Ergebnis nach unten korrigiert. Grund sind die Kosten für die jüngsten Übernahmen – während das Cloud-Geschäft weiter zweistellig wächst.
Cloud-Umsatz klettert um 22 Prozent
Im zweiten Quartal 2026 steigerte SAP den Gesamtumsatz um 9 Prozent auf 9,88 Milliarden Euro. Währungsbereinigt waren es sogar 11 Prozent. Die Cloud-Sparte trieb die Entwicklung maßgeblich: Ihre Erlöse legten um 22 Prozent auf 6,28 Milliarden Euro zu. Besonders die Cloud ERP Suite zeigte mit einem Plus von 25 Prozent auf 5,53 Milliarden Euro starke Dynamik.
Ein wichtiger Indikator für die Zukunft: Der aktuelle Cloud-Auftragsbestand (Cloud Backlog) stieg um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem etwas geringeren Cloud-Umsatz gerechnet. Der Nettogewinn des Konzerns erhöhte sich deutlich auf 2,21 Milliarden Euro – ein Plus von rund 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Prognose gesenkt – wegen Dremio und Prior Labs
Trotz der operativen Stärke senkte SAP den Ausblick für das bereinigte Betriebsergebnis (Non-IFRS EBIT) für 2026. Das Unternehmen erwartet nun ein währungsbereinigtes Wachstum zwischen 13 und 17 Prozent, nachdem zuvor 14 bis 18 Prozent prognostiziert worden waren. In absoluten Zahlen: ein bereinigtes EBIT von 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro.
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Finanzvorstand Asam begründete den Schritt mit den Akquisitionen von Dremio und Prior Labs, die im Juli abgeschlossen wurden. Die Zukäufe führen in der zweiten Jahreshälfte zu einer Verwässerung des Ergebnisses – Anlaufverluste belasten das operative Wachstum vorübergehend. Das bereinigte EBIT im zweiten Quartal blieb mit 2,74 Milliarden Euro bereits hinter den Markterwartungen zurück (Konsens: 2,88 Milliarden Euro). Die Prognose für den Free Cashflow bestätigte SAP hingegen bei rund 10 Milliarden Euro.
Börse reagiert positiv – trotz gesenkter Prognose
Die Zahlen kamen an der Börse gut an. Die in den USA gehandelten SAP-Zertifikate (ADR) legten nachbörslich um bis zu 6 Prozent zu. Marktbeobachter werteten vor allem den starken Cloud-Auftragsbestand als Zeichen für ungebrochene Nachfrage.
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Die SAP-Aktie hatte zuletzt unter Druck gestanden und zeitweise ein Jahrestief unter 140 Euro markiert – ein Kontrast zum Allzeithoch von 284 Euro vom 19. Februar 2025. Experten führten den Kursrückgang unter anderem auf Sorgen über Verdrängungseffekte durch künstliche Intelligenz zurück. SAP begegnet dem mit verstärkter Integration von KI-Funktionen in die Produktpalette. Branchenanalysten betonen: Die erfolgreiche Einbindung neuer Technologien bleibt entscheidend für die langfristige Bewertung.
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