Bau-Branche, Stabilisierung

Bau-Branche sieht Stabilisierung auf niedrigem Niveau

06.12.2024 - 14:05:47 | dpa.de

Schlechter wird es nicht mehr - so schÀtzt das Baugewerbe die eigene Lage ein. An eine neue Bundesregierung hat die Branche klare Forderungen.

Das Tal der Krise im Wohnungsbau ist nach Angaben der Branche erreicht. (Archivbild) - Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Das Tal der Krise im Wohnungsbau ist nach Angaben der Branche erreicht. (Archivbild) - Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Die Bauwirtschaft schaut nach jahrelanger Flaute verhalten optimistisch auf das kommende Jahr. Das Tal der Krise sei vor allem im Wohnungsbau erreicht, sagte Wolfgang Schubert-Raab, PrÀsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), in Berlin. 

Hier habe sich die Reichweite der AuftragsbestĂ€nde stabilisiert und im September bei gut fĂŒnf Monaten gelegen. Die Unternehmen beurteilten die Lage besser als noch vor einem Jahr, damals Ă€ußerten 70 Prozent negative Erwartungen fĂŒr die kommenden Monate. Nun seien es nur noch knapp 50 Prozent. Die Zahl der genehmigten Wohnungen sei offensichtlich «unten angekommen» und lag monatlich zuletzt bei 17.000.

Insgesamt zeichne sich fĂŒr die Bau-Branche eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau ab, hieß es. «Die Unternehmen blicken nicht mehr tiefer ins Tal der Krise, sondern orientieren sich zunehmend entlang der Talsohle», sagte Schubert-Raab. 2025 dĂŒrfte ihm zufolge dennoch das fĂŒnfte Jahr in Folge mit realen Umsatzverlusten sein. Trotz eines hohen Investitionsbedarfs bleibe die Nachfrage in allen Sparten schwach - seit 2021 seien die AuftragseingĂ€nge um 13 Prozent zurĂŒckgegangen.

Schwache Industrie wirkt sich auch auf Bau-Branche aus

Der Hochbau leide unter der SchwĂ€che der Industrie, sagte Schubert-Raab. «Wenn die Autoindustrie im Strukturumbruch feststeckt, wenn Thyssen, Bosch, VW und andere Industrieunternehmen KapazitĂ€ten herunterfahren, wenn das Intel-Werk bei Magdeburg nicht an den Start kommt, dann hat das hohes RĂŒckschlagpotential fĂŒr Bauprojekte.» Der Tiefbau profitiere dagegen von der Energie- und MobilitĂ€tswende. Zum Tiefbau werden großteils Projekte der Infrastruktur gezĂ€hlt. Hier sei die Nachfrage etwa wegen des Baus neuer Stromtrassen und Bahnstrecken intakt. 

Von einer neuen Bundesregierung forderte Schubert-Raab «angesichts sinkender Baugenehmigungen, hoher Zinsen und sanierungsbedĂŒrftiger Infrastruktur» dringend einen «Neustart Bau». Zu den Forderungen des Verbands gehört, dass Landesbauordnungen vereinheitlicht und entschlackt sowie energetische Standards nicht verschĂ€rft werden. Einfacheres Bauen mĂŒsse zudem rechtssicher und der GebĂ€udetyp E möglich gemacht werden. Auch mĂŒsse die Förderpolitik fĂŒr Neubau und Sanierung verlĂ€sslich sein.

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