Sorge, EU-FischereiplÀnen

Sorge vor EU-FischereiplÀnen in den OstseelÀndern

18.10.2024 - 17:11:20

Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben in einem Brief an das Bundeslandwirtschaftsministerium die EU-PlÀne zur Bewirtschaftung der FischbestÀnde der westlichen und zentralen Ostsee kritisiert.

Dabei gehe es vor allem um die geplante weitere Verschlechterung der Beifangregelung fĂŒr die Kleine KĂŒstenfischerei, teilten die Regierungen mit. Die beiden KĂŒstenlĂ€nder riefen den Bund vor den Verhandlungen des EU-Agrar- und Fischereirats zu den Quoten 2025 dazu auf, sich gemeinsam fĂŒr praxisnahe und angemessene Maßnahmen einzusetzen.

Dorsch und Hering dĂŒrfen in der westlichen Ostsee schon lĂ€nger nicht mehr gezielt befischt werden. Jetzt soll nach den VorschlĂ€gen der EU-Kommission im kommenden Jahr die Beifangquote um 50 Prozent beim Hering und um 75 Prozent beim Dorsch reduziert werden. Auch fĂŒr die Sprotte wird eine KĂŒrzung um 42 Prozent vorgeschlagen.

KĂŒstenfischerei als SĂŒndenbock?

Die beiden KĂŒstenlĂ€nder lehnen den Angaben zufolge eine weitere Absenkung der Beifang-Quoten fĂŒr Hering und Dorsch in der westlichen Ostsee ab. Der Druck durch Fischerei sei mittlerweile so weit reduziert, dass er praktisch keinen Einfluss auf die Entwicklung dieser BestĂ€nde habe. Eine weitere Absenkung der Beifang-Quoten ergĂ€be daher keinen Sinn und könnte andere Fischereien gefĂ€hrden.

Schleswig-Holsteins Fischereiminister Werner Schwarz (CDU): "Es muss allen klar sein, dass aktuell die Existenz unserer gesamten verbliebenen KĂŒstenfischerei an der Ostsee auf dem Spiel steht. Es muss daher alles getan werden, um den noch verbliebenen Betrieben einen Fortbestand zu ermöglichen."

Mecklenburg-Vorpommerns Fischereiminister Till Backhaus (SPD) betonte, die vorgeschlagenen weiteren VerschĂ€rfungen wĂŒrden den FischbestĂ€nden nicht helfen. "Die KĂŒstenfischerei setzt sich seit Jahren aktiv fĂŒr die Gesundung der BestĂ€nde ein und musste weitreichende Restriktionen hinnehmen. Nun soll sie mal wieder als SĂŒndenbock herhalten."

@ dpa.de