Verdi ruft auch LuftsicherheitskrÀfte zu Warnstreik auf
05.03.2024 - 15:40:53Die Gewerkschaft Verdi verschĂ€rft den geplanten Warnstreik im Luftverkehr. Parallel zum Ausstand des Lufthansa-Bodenpersonals ruft die Gewerkschaft fĂŒr Donnerstag auch die LuftsicherheitskrĂ€fte in Frankfurt und Hamburg zur Arbeitsniederlegung auf, wie die Gewerkschaft in Berlin mitteilte.Â
Damit können Passagiere diese FlughĂ€fen voraussichtlich nicht von auĂen betreten. Die BeschĂ€ftigten sind bei Privatunternehmen angestellt, die im Auftrag der Bundespolizei Passagiere, Personal und GepĂ€ck an den ZugĂ€ngen zum Sicherheitsbereich kontrollieren.Â
Der Warnstreik des Lufthansa-Bodenpersonals beginnt in den Technikbereichen schon am Mittwochabend und soll bis Samstagmorgen um 7.10 Uhr fortgesetzt werden. PassagierflĂŒge sind vor allem am Donnerstag und Freitag gefĂ€hrdet.
100.000 Passagiere von Streik betroffen
Schon vor der VerschĂ€rfung hatte die Lufthansa mit massiven FlugausfĂ€llen vor allem an ihren Drehkreuzen Frankfurt und MĂŒnchen gerechnet. Am Donnerstag und am Freitag sollten jeweils rund 1000 FlĂŒge ausfallen und jeweils rund 100.000 Passagiere betroffen sein, wie ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Frankfurt sagte. Die Airline bemĂŒhe sich, 10 bis 20 Prozent des ursprĂŒnglichen Flugplans darzustellen. In den FlugplĂ€nen seien die Streichungen bereits berĂŒcksichtigt.Â
Die Gewerkschaft Verdi hat das gesamte Bodenpersonal der Lufthansa zum Warnstreik aufgerufen. Es ist bereits die fĂŒnfte Warnstreikwelle in dem Tarifkonflikt und die dritte mit direkten Auswirkungen auf die Passagiere.Â
Die LuftsicherheitskrĂ€fte sollen nur am Donnerstag streiken. Diese Gruppe wird auch von Verdi vertreten und verfĂŒgt ĂŒber eine hohe Streikmacht. Bei ihrer ersten Warnstreikwelle am 1. Februar an elf gröĂeren FlughĂ€fen sind nach SchĂ€tzung des Branchenverbands ADV rund 1100 FlĂŒge ausgefallen, weil Passagiere nicht mehr in die Sicherheitsbereiche gelangen konnten.Â
Tarifkonflikt bisher ohne Ergebnis
Bei den Tarifverhandlungen der Luftsicherheit geht es um die Arbeitsbedingungen von rund 25.000 Mitarbeitern privater Sicherheitsdienstleister. Im Bundesland Bayern sind diese KrĂ€fte im Ăffentlichen Dienst angestellt, fĂŒr den ein anderer Tarifvertrag gilt und dort folglich auch nicht gestreikt wird.Â
In dem Tarifkonflikt sind bislang fĂŒnf Verhandlungsrunden ohne Ergebnis geblieben. Verdi fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten eine Stundenlohnerhöhung um 2,80 Euro mit schneller einsetzenden MehrarbeitszuschlĂ€gen ab der ersten Ăberstunde. Â
Die Arbeitgeber vom Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) haben nach eigenen Angaben 2,70 Euro in drei Stufen angeboten bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Neben dem Inflationsausgleich bedeute dies auch einen Reallohnzuwachs, hatte BDLS-VerhandlungsfĂŒhrer Frank Haindl erklĂ€rt. Eine sechste Verhandlung ist fĂŒr den 19. MĂ€rz verabredet.Â


