Schufa-Skandal: 68 Millionen Bürger von versteckter Datenbank betroffen
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 12:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Schufa soll eine versteckte Datenbank mit veralteten Verbraucherdaten betreiben – und das über Jahre.
Millionen Bürger betroffen
Das Unternehmen speichert offenbar sensible Informationen zu alten Krediten, Pfändungen und Privatinsolvenzen deutlich länger, als es die offiziellen Löschfristen vorsehen. Betroffen sind Millionen Menschen. Über die fortgesetzte Speicherung wurden sie nicht informiert.
Die Schufa verwaltet insgesamt Daten von rund 68 Millionen Menschen. Die nun bekannt gewordene Praxis wirft Fragen zum Recht auf Vergessenwerden auf – einem Kernprinzip der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).
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Interne Tests mit Altlasten
Das Unternehmen rechtfertigt die Vorhaltung der Altdaten mit internen Qualitätsprüfungen und der Entwicklung neuer Scoring-Modelle. Die Informationen dienten demnach dazu, die Genauigkeit von Berechnungsmethoden zu testen.
Ein beteiligter NDR-Journalist berichtete: Die Ergebnisse dieser Tests flossen auch an Geschäftskunden – darunter Banken, Energieversorger und Telekommunikationsunternehmen. Auch Dienstleister aus eCommerce und Zahlungsverkehr profitierten von den Analysen.
Die veralteten Informationen konnten damit indirekt weiterhin die Kreditwürdigkeit von Verbrauchern beeinflussen – obwohl die zugrunde liegenden Ereignisse Jahre zurücklagen.
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Datenschützer ermitteln bereits
Die rechtliche Zulässigkeit des Vorgehens wird massiv angezweifelt. Eine Rechtsexpertin der Universität Bayreuth bezeichnete die Tests als unzulässig. Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband warnt vor möglichem Missbrauch der Datenbestände.
Der Hessische Datenschutzbeauftragte prüft die Speicherpraxis der Schufa bereits seit dem Frühjahr 2025. Im Fokus: Ist die Nutzung von eigentlich löschpflichtigen Daten für interne Optimierungen mit europäischem Recht vereinbar?
Die Enthüllungen stehen in scharfem Kontrast zu früheren Ankündigungen der Unternehmensführung. Schufa-Chefin Tanja Birkholz hatte erst im März 2026 ein neues Scoring-System beworben und dabei die Transparenz der Verfahren hervorgehoben. Verbraucherschützer und Juristen fordern nun lückenlose Aufklärung.
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