Schulstart, Bayern

Schulstart: Bayern verstärkt Verkehrskontrollen für 1,77 Millionen Schüler

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bayerns Polizei prüft vom 15. bis 18. September verstärkt Gurte, Kindersitze und Tempo an Schulen, während Unfallzahlen Risiken belegen.

Bayern verstärkt Schulwegkontrollen zum Start des neuen Schuljahres
Ein leerer Fußgängerüberweg an einer Schule in einer bayerischen Kleinstadt bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Zum Beginn des neuen Schuljahres hat das bayerische Innenministerium verstärkte Verkehrskontrollen angekündigt, um die Sicherheit von Kindern auf ihrem Schulweg zu gewährleisten. Innenminister Joachim Herrmann gab eine landesweite Kontrollaktion bekannt, die den Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer in den Mittelpunkt stellt.

Der Start des Schuljahres ist in diesem Jahr von einer besonderen statistischen Relevanz geprägt: Mit insgesamt 1,77 Millionen Schülern, darunter etwa 132.000 Erstklässler, erreicht die Schülerzahl im Freistaat den höchsten Stand seit 15 Jahren.

Gezielte Kontrollen in den Regionen

Verschiedene Polizeipräsidien setzen die Vorgaben des Innenministeriums mit regionalen Schwerpunkten um. In der Zeit vom 15. bis zum 18. September 2026 führt das Polizeipräsidium Oberbayern Süd verstärkte Kontrollen an Schulen, Kindergärten und auf den umliegenden Schulwegen durch.

Die Beamten achten dabei insbesondere auf die Einhaltung der Gurtanlege- und Kindersicherungspflicht. Auch in der Oberpfalz hat die Polizei für denselben Zeitraum Aktionstage angesetzt, um die ordnungsgemäße Sicherung der Fahrzeuginsassen zu überprüfen.

In Mühldorf zeigt die Polizei zum Schulstart ebenfalls erhöhte Präsenz. Neben der Überprüfung der Gurtpflicht kommen dort Laserpistolen zur Geschwindigkeitsmessung im innerstädtischen Bereich zum Einsatz. Zudem wird die Nutzung von Radwegen und E-Scootern kontrolliert.

Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Stocker wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Erstklässler grundsätzlich noch nicht über die erforderliche Verkehrsfähigkeit verfügen. Eine Nutzung des Fahrrads für den Schulweg sei erst nach einer entsprechenden Schulung im Alter von etwa 9 bis 10 Jahren ratsam.

Unfallstatistiken und Risikofaktoren

Anzeige

Zum Schulstart in Bayern kontrolliert die Polizei vom 15. bis 18. September verstärkt Gurt- und Kindersicherungspflicht an Schulen und Schulwegen. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Ihr Kind morgens sicher zur Schule bringen — vom Einüben der Route bis zur richtigen Sicherung im Auto. Sicheren Schulweg jetzt planen

Die Notwendigkeit der Maßnahmen wird durch aktuelle Unfallzahlen unterstrichen. Der ADFC Bayern verwies auf Daten, wonach im Jahr 2024 deutschlandweit 27.260 Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr verunglückten.

Über ein Drittel dieser Unfälle betraf Kinder auf dem Fahrrad. Die gefährlichsten Zeitspannen liegen demnach werktags in den Morgenstunden zwischen 7 und 8 Uhr sowie am Nachmittag zwischen 15 und 17 Uhr.

Ein besonderes Augenmerk richten die Behörden auf die mangelnde Sicherung in Kraftfahrzeugen. Im Jahr 2025 kamen in Bayern insgesamt 249 Pkw-Insassen tödlich ums Leben. 53 dieser Personen, darunter ein Kind, waren zum Unfallzeitpunkt nicht angeschnallt oder gesichert. Dies entspricht einem Anteil von 21,3 Prozent, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 16,8 Prozent darstellt. Bis Ende April 2026 wurden in Bayern bereits 15 Todesopfer registriert, die nicht ordnungsgemäß gesichert waren.

Regionale Entwicklungen und Prävention

Die Entwicklung in der Oberpfalz verdeutlicht die Problematik: Dort verunglückten im Jahr 2025 38 Pkw-Insassen tödlich, wobei 12 von ihnen nicht angeschnallt waren. Dies markiert einen Anstieg um 300 Prozent im Vergleich zu den 3 entsprechenden Fällen im Jahr 2024. Bis zum 31. Juli 2026 verzeichnete die Oberpfalz bereits wieder 3 Todesopfer ohne ausreichende Sicherung.

Anzeige

Zwischen 7 und 8 Uhr morgens passieren die meisten Schulwegunfälle — und Elterntaxis vor der Schultür erhöhen das Risiko zusätzlich. Wer sein Kind zu Fuß oder mit dem Rad schickt, braucht eine gut geübte Route und klare Regeln. Unser Leitfaden liefert Ihnen die 5 wichtigsten Schritte, um das Elterntaxi-Chaos zu vermeiden. 5 Schritte zum sicheren Schulweg

Im südlichen Oberbayern zeigt sich eine leicht rückläufige Tendenz bei den spezifischen Schulwegunfällen. Dort ereigneten sich im Jahr 2025 56 Unfälle auf dem Schulweg, bei denen 56 Schüler verletzt wurden. Im Jahr 2024 waren es noch 59 Unfälle mit 64 Verletzten. Tödliche Schulwegunfälle wurden für das Jahr 2025 in dieser Region nicht gemeldet.

Um die Gefahrenstellen weiter zu reduzieren, appellieren Behörden in Orten wie Wolnzach an die Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer. Insbesondere wird dazu aufgerufen, die Nutzung von sogenannten Elterntaxis auf das notwendige Mindestmaß zu begrenzen, um das Verkehrsaufkommen unmittelbar vor den Schulen zu senken. In Mühldorf wird zudem die dringende Suche nach weiteren Schulweghelfern betont, um die Sicherheit an kritischen Übergängen zu erhöhen.

Disclaimer...

de | wirtschaft | 70104144 |