ROUNDUP, Deutscher

Deutscher Außenhandel weiter unter Druck - Industrieproduktion besser

08.04.2024 - 12:10:57

Schwache GeschÀfte in der EU haben die deutsche Exportbilanz im Februar belastet.

Der Wert der gesamten Warenausfuhren sank um 2,0 Prozent gegenĂŒber Januar, wie das Statistische Bundesamt am Montag anhand vorlĂ€ufiger Ergebnisse mitteilte. Verglichen mit dem Vorjahresmonat verringerten sich die Exporte um 4,4 Prozent auf 132,9 Milliarden Euro. Bei den Importen wurde innerhalb eines Jahres ein Minus von 8,7 Prozent auf 111,5 Milliarden Euro verzeichnet.

Der deutsche Außenhandel bleibe unter Druck, sagte der PrĂ€sident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura. Gute Nachrichten kamen von der Industrieproduktion, die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Konjunkturflaute in Deutschland weckt.

Außenhandels-PrĂ€sident Jandura beklagte: "Die sinkende WettbewerbsfĂ€higkeit, der Zuwachs von Handelshemmnissen und Protektionismus sowie lokale Zertifizierungsvorgaben machen unseren Exporteuren und AußenhĂ€ndlern weiterhin das Leben schwer." Einziger Hoffnungsschimmer bleibe das US-GeschĂ€ft. "Bei aller US-Euphorie dĂŒrfen wir aber unseren Heimatmarkt, die EU, nicht vergessen." Sie sei bei aller Kritik "das Beste, was wir haben".

Im Februar gingen kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 72,9 Milliarden Euro in die EU-Mitgliedstaaten - die wichtigste Absatzregion fĂŒr "Made in Germany". Das waren 3,9 Prozent weniger als im Januar. Die Exporte in LĂ€nder außerhalb der EU stiegen dagegen leicht um 0,4 Prozent auf 60 Milliarden Euro. Ein deutliches Plus von 10,2 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro gab es im Handel mit den USA. Die Ausfuhren nach China sanken binnen Monatsfrist um 0,6 Prozent auf 8,0 Milliarden Euro. Die Volksrepublik ist nach den USA der wichtigste Einzelmarkt fĂŒr deutsche Exporte.

Hoffnung auf Erholung des Welthandels

Die Bilanz der ersten zwei Monate des laufenden Jahres fiel angesichts des schwachen Februars negativ aus. Die Exporte verringerten sich gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum um 2,1 Prozent auf 268,6 Milliarden Euro. Der Wert der Wareneinfuhren sank um 8,5 Prozent auf 219,6 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr hatte Deutschlands Exportunternehmen bereits die SchwĂ€che des Welthandels und die Folgen geopolitischer Krisen zu spĂŒren bekommen.

Die Stimmung in der deutschen Exportindustrie hellte sich zuletzt merklich auf. Die Ifo-Exporterwartungen stiegen im MĂ€rz auf minus 1,4 Punkte nach minus 7,0 Punkte im Februar. "Der Welthandel dĂŒrfte in den kommenden Monaten anziehen", sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen. "Die deutsche Exportwirtschaft hofft davon zu profitieren."

Industrieproduktion erneut gestiegen

Die deutsche Industrie steigerte nach einer schwachen Entwicklung 2023 im laufenden Jahr den zweiten Monat in Folge ihre Produktion. GegenĂŒber dem Vormonat erhöhte sich die Gesamtherstellung im Februar um 2,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt bekannt gab. Der Zuwachs im Januar fiel zudem etwas besser aus als bisher gedacht.

Mit den Zahlen verfestigten sich die Anzeichen fĂŒr ein allmĂ€hliches Ende der SchwĂ€chephase, kommentierte das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin. Im vergangenen Jahr hatte sich die Industrie sehr schwach entwickelt. Die Warenherstellung war lange Zeit rĂŒcklĂ€ufig gewesen. GrĂŒnde waren vor allem die immer noch erhöhten Energie- und Rohstoffpreise sowie die in Teilen schwache Auslandsnachfrage.

@ dpa.de