Erholung, Schwache

Erholung der deutschen Wirtschaft lÀsst auf sich warten

13.12.2024 - 11:00:36

Schwache Konjunktur, drohende Handelskonflikte und hausgemachte Probleme: Die deutsche Wirtschaft steckt im Tief. Die Aussichten haben sich noch eingetrĂŒbt.

  • Bundesbank revidiert Konjunkturprognose krĂ€ftig abwĂ€rts (Archivbild) - Foto: Lando Hass/dpa

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  • Teuerungsrate nĂ€hert sich langsam Zwei-Prozent-Marke (Symbolbild) - Foto: Hendrik Schmidt/dpa

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  • TrĂŒbe Aussichten fĂŒr die deutsche Wirtschaft (Symbolbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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  • Bundesbank-PrĂ€sident Nagel warnt vor Handelskonflikten (Archivbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa

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Bundesbank revidiert Konjunkturprognose krĂ€ftig abwĂ€rts (Archivbild) - Foto: Lando Hass/dpaTeuerungsrate nĂ€hert sich langsam Zwei-Prozent-Marke (Symbolbild) - Foto: Hendrik Schmidt/dpaTrĂŒbe Aussichten fĂŒr die deutsche Wirtschaft (Symbolbild) - Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpaBundesbank-PrĂ€sident Nagel warnt vor Handelskonflikten (Archivbild) - Foto: Marcus Brandt/dpa

Nach einem Minus im laufenden Jahr traut die Bundesbank der deutschen Wirtschaft auch 2025 nur ein Mini-Wachstum zu. Die Notenbank hat ihre Erwartungen fĂŒr beide Jahre im Vergleich zur Juni-Prognose deutlich gesenkt. Auch die Konjunkturerholung 2026 fĂ€llt demnach schwĂ€cher aus als noch vor einem halben Jahr erwartet.

«Die deutsche Wirtschaft kĂ€mpft nicht nur mit hartnĂ€ckigem konjunkturellen Gegenwind, sondern auch mit strukturellen Problemen», erklĂ€rt BundesbankprĂ€sident Joachim Nagel. Diese belasteten vor allem die Industrie sowie deren ExportgeschĂ€fte und Investitionen. Auch der Arbeitsmarkt reagiere mittlerweile «spĂŒrbar» auf die schon lĂ€nger andauernde WirtschaftsschwĂ€che.

Prognose deutlich pessimistischer

FĂŒr das laufende Jahr erwartet die Bundesbank einen RĂŒckgang der deutschen Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent. Im Juni hatte die Notenbank noch 0,3 Prozent Plus beim realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) fĂŒr 2024 prognostiziert. Nun steuert Deutschland auf das zweite Rezessionsjahr in Folge zu. 

FĂŒr 2025 sagen die Volkswirte der Bundesbank statt 1,1 Prozent nur noch 0,2 Prozent Wachstum voraus, die Erwartungen fĂŒr 2026 wurden von 1,4 Prozent auf 0,8 Prozent Wachstum nach unten geschraubt.

Risiko Handelskonflikte

Nach EinschÀtzung der Bundesbank wird sich der Export nur allmÀhlich beleben. Der private Konsum werde zwar stetig zulegen, aber nicht mehr so stark wie bislang erwartet - auch wegen der zunehmend angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt. 

«Der derzeit grĂ¶ĂŸte Unsicherheitsfaktor fĂŒr die Prognose ist ein möglicherweise global zunehmender Protektionismus», warnt Nagel. Der designierte US-PrĂ€sident Donald Trump hat hohe Zölle auf Einfuhren aus Europa angekĂŒndigt. Die EU könnte mit Gegenmaßnahmen reagieren. Besonders betroffen von einem solchen Handelskonflikt wĂ€re voraussichtlich die Exportnation Deutschland.

Teuerung geht allmĂ€hlich zurĂŒck

Bei der Inflation brauchen Deutschlands Verbraucherinnen und Verbraucher noch etwas Geduld: Die Teuerungsrate wird sich der Prognose zufolge zwar allmĂ€hlich in Richtung der Zielmarke von zwei Prozent bewegen. Teure Nahrungsmittel und Dienstleistungen verhindern jedoch einen schnelleren RĂŒckgang. Die Bundesbank rechnet im laufenden Jahr mit einer nach europĂ€ischer Methode (HVPI) berechneten Inflationsrate von 2,5 Prozent, im Jahr 2025 sollen es 2,4 Prozent sein.

«Ab dem Jahr 2026 erreicht die Inflationsrate in Deutschland aber allmĂ€hlich wieder zwei Prozent», sagt Nagel. In der aktuellen Bundesbank-Prognose steht fĂŒr 2026 eine HVPI-Rate von 2,1 Prozent, 2027 sollen es dann 1,9 Prozent sein. 

Die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) strebt fĂŒr den gesamten Euroraum mittelfristig PreisstabilitĂ€t bei einer jĂ€hrlichen Inflationsrate von zwei Prozent an. Höhere Teuerungsraten schmĂ€lern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Sie können sich dann fĂŒr einen Euro weniger leisten.

@ dpa.de