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Schweizer KMU und KI: 58 Prozent prüfen ihre Sichtbarkeit nie

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 20:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

58 Prozent der Schweizer KMU kontrollieren ihre Darstellung durch KI nicht; zugleich nimmt der systematische KI-Einsatz im Kanton Zürich zu.

Schweizer KMU prüfen ihre Sichtbarkeit in KI-Systemen selten
Moderne, halbtransparente Glaswand in einem hellen Bürogebäude mit abstraktem Lichteinfall und Tiefenunschärfe. Illustration mit AI erstellt.

Die Mehrheit der Schweizer kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) hat keine Kenntnis darüber, welche Informationen künstliche Intelligenz über sie ausgibt. Einem Bericht vom September 2026 zufolge entwickle sich diese mangelnde Transparenz zunehmend zu einem Problem für die betroffenen Betriebe.

Während KI-gestützte Suchsysteme immer häufiger zur Informationsbeschaffung genutzt werden, fehlt es in vielen Firmen an einer systematischen Überwachung ihrer digitalen Präsenz in diesen Modellen.

Diskrepanz zwischen KI-Nutzung und Sichtbarkeitskontrolle

Aktuelle Befragungen verdeutlichen eine Lücke zwischen der operativen Nutzung von KI und der strategischen Kontrolle der ausgegebenen Daten. Eine Untersuchung der Marktforschungsgesellschaft Intervista, bei der im Mai 2026 insgesamt 504 Marketingverantwortliche in Schweizer KMU befragt wurden, zeigt, dass 58 % der Unternehmen ihre Sichtbarkeit in KI-Systemen noch nie geprüft haben.

Besonders ausgeprägt ist dieses Versäumnis bei Mikrounternehmen mit bis zu neun Beschäftigten, von denen 60 % auf eine solche Kontrolle verzichten. Bei mittleren Unternehmen liegt dieser Anteil bei 36 %.

Obwohl 45 % der Befragten damit rechnen, dass ihre Kundschaft verstärkt KI-basierte Suchen nutzen wird, führen lediglich 8 % eine systematische Prüfung durch. Gezielte Maßnahmen zur Beeinflussung der KI-Sichtbarkeit werden nur von 2 % der Firmen ergriffen. Dennoch ist das Bewusstsein für die Konkurrenz vorhanden: 44 % der Verantwortlichen vermuten, dass der Wettbewerb KI bereits im Marketing einsetzt.

Dynamisches Wachstum im Kanton Zürich

Im Kanton Zürich hat sich der Einsatz von künstlicher Intelligenz in den vergangenen zwei Jahren deutlich intensiviert. Das Zürcher Wirtschaftsmonitoring meldete im September 2026 einen Anstieg der Unternehmen mit systematischem KI-Einsatz von 27 % im Jahr 2024 auf nun 47 %.

Große Unternehmen führen die Entwicklung mit einer Nutzungsquote von 83 % an, während Kleinstunternehmen bei 45 % liegen. Die bevorzugten Einsatzgebiete umfassen das Marketing, die IT sowie das Datenmanagement und die Administration.

Wirtschaftliche Modellrechnungen für den Kanton prognostizieren im mittleren Szenario für die kommenden zehn Jahre ein zusätzliches jährliches Wachstum der Arbeitsproduktivität von 1,1 %. Gleichzeitig wurde beobachtet, dass die Zahl der Stellensuchenden in Berufen mit hoher potenzieller KI-Betroffenheit seit Herbst 2022 stärker gestiegen ist als in anderen Bereichen, wobei die Ursache hierfür laut den Autoren nicht eindeutig bestimmt werden kann.

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Neue Marktlösungen und Compliance-Anforderungen

Auf die steigende Nachfrage reagieren Anbieter mit spezifischen Lösungen für den Schweizer Markt. So lancierte Sunrise Business in Kooperation mit PHOENIQS einen KI-Assistenten, dessen zentrale Komponenten in der Schweiz betrieben werden. Laut Anbieterangaben werden Kundendaten und Dokumente dabei nicht für das Training der Modelle verwendet.

Das Angebot richtet sich an die über 140.000 Unternehmenskunden des Providers. Bereits im Februar 2026 wurde mit dem Swiss AI Desk eine Plattform vorgestellt, die verschiedene Modelle bündelt und eine nutzungsbasierte Abrechnung pro Token ermöglicht.

Parallel zu den technischen Entwicklungen rücken rechtliche Pflichten in den Fokus. Betreiber von Hochrisiko-KI müssen künftig eine bestimmungsgemäße Nutzung kontrollieren, Beschäftigte einweisen und Eingabedaten prüfen.

Gemäß der KI-Verordnung treten einschlägige Pflichten am 2. Dezember 2027 beziehungsweise am 2. August 2028 in Kraft. Automatisch erzeugte Protokolle sind dabei mindestens sechs Monate aufzubewahren. Im Vergleich dazu speichert der Anbieter Anthropic Ein- und Ausgaben in bestimmten Fällen bis zu sieben Jahre.

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Strategische Optimierung für KI-Suchsysteme

Experten bezeichnen die Auffindbarkeit und Einordnung öffentlich zugänglicher Unternehmensinformationen durch KI-Systeme als B2AI (Business to AI). Um in diesen Systemen korrekt repräsentiert zu werden, wird KMU empfohlen, ihre Leistungen, Tätigkeitsgebiete und Besonderheiten konkret, einheitlich und aktuell darzustellen. Eine Garantie für Nennungen oder Empfehlungen durch eine KI besteht jedoch nicht.

Besondere Vorsicht ist beim Einsatz von Cloud-Tools in sensiblen Bereichen wie Arztpraxen geboten. Hier raten Fachleute dazu, vorab Datenarten, Speicherorte und Zugriffsberechtigungen detailliert zu prüfen.

Ein Schweizer Firmensitz des Anbieters garantiere nicht zwangsläufig, dass die Datenverarbeitung auch in der Schweiz erfolge. Zudem sollten Aspekte wie Backups und der vollständige Datenexport bei einem Anbieterwechsel bereits frühzeitig geklärt werden.

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