SeehÀfen-Tarifverhandlungen, BeschÀftigte

SeehÀfen-Tarifverhandlungen: 11.000 BeschÀftigte fordern 8,2 Prozent

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In den deutschen SeehÀfen beginnen die TarifgesprÀche. ver.di fordert 8,2 Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber warnen vor wirtschaftlichen Risiken.

Tarifverhandlungen SeehÀfen: ver.di fordert 8,2 Prozent mehr Lohn
Hafenarbeiter in Arbeitskleidung versammeln sich, um Tarifverhandlungen zu besprechen, mit Containern und Schiffen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

000 BeschÀftigte in den deutschen SeehÀfen. Die Gewerkschaft ver.di und der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) treffen sich zunÀchst in Bremen, weitere Runden sind unter anderem in Hamburg geplant.

Gewerkschaft pocht auf Reallohnsteigerung

ver.di fordert eine Erhöhung der Löhne und GehÀlter um 8,2 Prozent. Dazu kommt ein Mindestbetrag von 2,50 Euro pro Stunde. Damit sollen besonders die unteren Lohngruppen entlastet werden.

Die VerhandlungsfĂŒhrerinnen Sylvi Krisch und Francisca Bier betonten die Notwendigkeit einer spĂŒrbaren Reallohnsteigerung. Betroffen sind die Standorte Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Emden, Brake und Wilhelmshaven.

Die Friedenspflicht lĂ€uft noch bis zum 30. Juli. Kommt bis dahin keine Einigung, drohen Warnstreiks. ver.di rechnet mit schwierigen GesprĂ€chen – die wirtschaftliche Lage in der maritimen Logistik gilt als volatil.

Zum Vergleich: In den Jahren 2022 und 2024 waren bis zu zehn Verhandlungsrunden und massive Arbeitsniederlegungen nötig. Im vergangenen Jahr hingegen einigten sich beide Seiten vergleichsweise zĂŒgig auf ein Plus von 3,1 Prozent sowie Einmalzahlungen von bis zu 1.800 Euro.

Arbeitgeber warnen vor wirtschaftlichem Gegenwind

Der ZDS hofft auf eine schnelle Einigung wie im Vorjahr, verweist aber auf die Belastung der Hafenbetriebe. Ein aktuelles Beispiel liefert die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA). Das Unternehmen senkte seine Ergebniserwartung fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr deutlich.

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Statt der ursprĂŒnglich prognostizierten 175 bis 195 Millionen Euro rechnet der Konzern nun nur noch mit einem EBIT zwischen 150 und 170 Millionen Euro. Als GrĂŒnde nennt die HHLA operative BeeintrĂ€chtigungen durch Automatisierungsprozesse, Infrastrukturmaßnahmen und geopolitische Spannungen.

Ein harter Wintereinbruch belastete zudem den Containerumschlag, fĂŒr den nun ein leichter RĂŒckgang erwartet wird. Trotz eines Umsatzplus von 9,9 Prozent und einer Gewinnsteigerung von 19,5 Prozent drĂŒcken die hohen Investitionskosten fĂŒr die Modernisierung der Terminals auf die Bilanz.

OstseehÀfen investieren in die Zukunft

Parallel zu den Tarifverhandlungen treiben die OstseehĂ€fen ihre Infrastrukturprojekte voran. Rostock Port investiert rund 60 Millionen Euro in den Ausbau. Dazu gehört das EU-geförderte Projekt „Harbour“, das eine neue VerkehrsflĂ€che vorsieht – Fertigstellung voraussichtlich 2027.

Bis Ende 2026 sollen zudem die LiegeplĂ€tze 33 und 34 erneuert und alte Hallenkomplexe abgerissen werden. Ein neuer Tiefenwasserliegeplatz im Ölhafen befindet sich in der Planungsphase.

Trend zur deutschen Flagge

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Ein weiterer Trend zeichnet sich bei der Wahl der Schiffsflagge ab. Laut Bundesamt fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zeigen wieder mehr Reedereien Interesse an der deutschen Bundesflagge. Ein Abteilungsleiter berichtete von GesprĂ€chen mit rund einem Dutzend Unternehmen.

Die zur Lidl-Gruppe gehörende Reederei Tailwind plant, kĂŒnftig Schiffe unter deutscher Flagge zu betreiben. Bis 2028 sollen dort sieben Schiffe entsprechend registriert sein. Ende Juni waren insgesamt 395 Schiffe unter deutscher Flagge gemeldet – die Behörden werten das als Zeichen fĂŒr die internationale KonkurrenzfĂ€higkeit des Standorts.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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