Sefe-Abkommen: Deutschland sichert eine Million Tonnen LNG ab 2030er
02.06.2026 - 06:30:22 | boerse-global.deBei einem Treffen zur nationalen Chemie-Agenda am Montag zogen Minister und Branchenvertreter eine gemischte Bilanz.
Erfolge bei Energiepolitik und EU-Chemikalienrecht
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche zeigte sich optimistisch. Sie verwies auf das jüngste Gesetzespaket für bezahlbare Energie und eine abgestimmte Position zur europäischen Chemikalienverordnung REACH. „Wir haben wichtige Schritte nach vorne gemacht“, so die Ministerin.
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Umweltminister Carsten Schneider ergänzte, die EU-Kommission plane nach Empfehlungen der Bundesregierung derzeit keine Änderungen an der REACH-Verordnung. Zudem kündigte er Entlastungen im Emissionshandel für die heimische Industrie an.
Die Gespräche fanden im Rahmen eines Lenkungsausschusses statt, der alle sechs Monate tagt. Unter der Leitung von Staatssekretär Frank Wetzel sitzen dort Vertreter von Bundesministerien, Bundesländern, der Gewerkschaft IGBCE und des Chemieverbands VCI.
Branche warnt: „Zusätzliche Belastungen nicht akzeptabel“
Trotz der optimistischen Töne aus der Regierung bleibt die Stimmung in der Branche angespannt. VCI-Präsident Markus Steilemann warnte: „Die Chemieindustrie steht unter massivem Druck. Weitere regulatorische oder finanzielle Belastungen sind für die Stabilität der Branche nicht hinnehmbar.“
Steilemann forderte niedrigere Strompreise und einen deutlichen Bürokratieabbau. Nur so lasse sich die Wettbewerbsfähigkeit erhalten.
IGBCE-Chef Michael Vassiliadis plädierte für eine aktive Strukturpolitik zur Begleitung des Branchenumbaus. „Wir brauchen einen koordinierten Ansatz für die langfristige Zukunftsfähigkeit der Industrie“, so der Gewerkschafter.
Technische Hürden und neue Energiequellen
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Parallel zu den politischen Diskussionen arbeiten Forscher an Alternativen für Spezialchemikalien. Besonders komplex: Die Suche nach Ersatz für Hochleistungsfluorchemikalien wie C6 und C8. Bisherige Tests – etwa bei Textilbeschichtungen – zeigen: Ein universeller Ersatzstoff existiert nicht. Mögliche Lösungen reichen von Plasmabehandlungen über Lasertechnik bis zu Paraffinen und Wachsen.
Um die Energieversorgung der Industrie langfristig zu sichern, treibt Deutschland ein Flüssiggas-Abkommen mit Kanada voran. Der Energiekonzern Sefe unterzeichnete eine Absichtserklärung mit Ksi Lisims LNG über die Lieferung von einer Million Tonnen LNG pro Jahr. Die Lieferungen sollen Anfang der 2030er Jahre starten und bis zu 20 Jahre laufen.
Wirtschaftsministerin Reiche verteidigte das Projekt als notwendigen Schritt zur Energiediversifizierung und verwies auf die Nutzung von Wasserkraft bei der Produktion. Kritiker sehen dagegen einen Konflikt mit den deutschen Klimazielen für 2045. Das Wirtschaftsministerium betonte, Sefe könne das Gas bei veränderter Nachfrage auch an andere EU-Staaten weiterverkaufen.
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