Warnstreik, Hafen

Erneut Warnstreik im Hamburger Hafen

09.07.2024 - 15:24:21

Seit dem Morgen ruht die Arbeit im Hamburger Hafen, auch in Bremerhaven sollen Hafenarbeiter die Arbeit niederlegen. Mit neuerlichen Warnstreiks erhöht Verdi noch einmal den Druck auf die Arbeitgeber.

  • Die Gewerkschaft Verdi verlangt fĂŒr die BeschĂ€ftigten bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten unter anderem eine Erhöhung der Stundenlöhne um drei Euro rĂŒckwirkend zum 1. Juni. - Foto: Bodo Marks/dpa

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  • Schon Mitte Juni hatte es Warnstreiks in mehreren norddeutschen HĂ€fen gegeben, darunter Hamburg, Brake und Emden.  - Foto: Bodo Marks/dpa

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Die Gewerkschaft Verdi verlangt fĂŒr die BeschĂ€ftigten bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten unter anderem eine Erhöhung der Stundenlöhne um drei Euro rĂŒckwirkend zum 1. Juni. - Foto: Bodo Marks/dpaSchon Mitte Juni hatte es Warnstreiks in mehreren norddeutschen HĂ€fen gegeben, darunter Hamburg, Brake und Emden.  - Foto: Bodo Marks/dpa

Kurz vor der vierten Verhandlungsrunde im Tarifstreit der Seehafenbetriebe lassen BeschĂ€ftigte und die Gewerkschaft Verdi noch einmal die Muskeln spielen. Am frĂŒhen Morgen legten zahlreiche Hafenarbeiterinnen und Hafenarbeiter in Hamburg die Arbeit fĂŒr einen zweitĂ€gigen Warnstreik nieder. «Der Containerumschlag ruht in einer ganzen Menge von Umschlagbetrieben, der erste Warnstreiktag ist aus unserer Sicht (...) ein voller Erfolg», sagte der fĂŒr die maritime Wirtschaft zustĂ€ndige Verdi-Fachbereichsleiter AndrĂ© Kretschmar. Am Nachmittag wollten auch die Hafenarbeiter in Bremerhaven in den Warnstreik einsteigen: Dabei sollen rund 3200 BeschĂ€ftigte aus Bremen und Bremerhaven den Hafen lahmlegen, wie ein Verdi-Sprecher sagte. Zum Auftakt legten etwa 600 Frauen und MĂ€nner die Arbeit nieder.

FĂŒr Hamburg rief Verdi die BeschĂ€ftigten auf, am Mittwoch im Warnstreik zu bleiben oder die Arbeit neu niederzulegen - und nicht vor dem Ende der Nachtschicht wieder aufzunehmen. Um 10.00 Uhr sei eine Kundgebung vor dem Sitz des Zentralverbands Deutscher SeehĂ€fen ZDS geplant. Im Anschluss soll ein Demonstrationszug an der Zentrale des Hafenlogistikers HHLA vorbei bis zum Gewerkschaftshaus fĂŒhren, wo gegen Mittag eine Abschlusskundgebung organisiert sei. Die vierte Verhandlungsrunde ist Donnerstag und Freitag in Bremen geplant. Zum Auftakt der Verhandlungen sei eine Kundgebung geplant, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. Auch in Emden sei ein Warnstreik geplant.

Verdi verlangt fĂŒr die BeschĂ€ftigten bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten unter anderem eine Erhöhung der Stundenlöhne um drei Euro rĂŒckwirkend zum 1. Juni sowie eine entsprechende Anhebung der SchichtzuschlĂ€ge. Der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe bot zuletzt zum 1. Juni eine Lohnerhöhung um 2,9 Prozent, mindestens aber 80 Cent mehr pro Stunde an. Die SchichtzuschlĂ€ge sollen demnach um 33 Cent bis 3,50 Euro steigen.

Der ZDS forderte die Gewerkschaft auf, bei der AusĂŒbung des Streikrechts Maß und Mitte zu wahren. «Im Lichte der bisherigen konstruktiven Verhandlungsrunden und des vorgelegten fairen Angebotes gibt es aus Sicht des ZDS aktuell keine Veranlassung fĂŒr Warnstreiks, die die ZuverlĂ€ssigkeit der deutschen SeehĂ€fen beeintrĂ€chtigen.»

Schon Mitte Juni hatte es Warnstreiks in mehreren norddeutschen HÀfen gegeben, darunter Hamburg, Brake und Emden. Hafenarbeiter bestreikten damals auch die zentralen Zu- und Ausfahrten an den Terminals in Bremerhaven, nur eine Notbesetzung war im Einsatz. Mehr als 1.000 Mitarbeiter waren laut Verdi daran beteiligt. 

@ dpa.de