Deutschland, Arbeitsmarkt

Studie: Handwerkermangel erreicht Rekordniveau

24.06.2023 - 05:37:20 | dpa.de

Seit einem Jahrzehnt steigt der Bedarf an Handwerkern - doch es kommt zu wenig Nachwuchs in die Branche. FachkrÀfte fehlen vor allem in der Bauelektrik sowie bei der SanitÀr-, Heizungs- und Klimatechnik.

Ein Dachdecker arbeitet auf einem Einfamilienhaus am Leipziger Stadtrand. - Foto: Jan Woitas/dpa
Ein Dachdecker arbeitet auf einem Einfamilienhaus am Leipziger Stadtrand. - Foto: Jan Woitas/dpa

Der Handwerkermangel in Deutschland hat im vergangenen Jahr laut einer Studie ein neues Rekordniveau erricht. Insgesamt habe es 2022 durchschnittlich 236.818 offene Stellen in ĂŒberwiegend handwerklichen Berufen gegeben - so viele wie noch nie seit Beginn des Beobachtungszeitraums im Jahr 2010, berichtete das Kompetenzzentrum FachkrĂ€ftesicherung (Kofa) des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Dem standen nur 121.993 Arbeitslose in diesen Bereichen gegenĂŒber. «Das bedeutet, selbst wenn alle arbeitslosen Handwerkerinnen und Handwerker auf eine passende Stelle vermittelt worden wĂ€ren, hĂ€tte ĂŒber die HĂ€lfte der offenen Stellen in ĂŒberwiegend handwerklichen Berufen nicht besetzt werden können», heißt es in der Studie.

Die meisten FachkrĂ€fte fehlen der Untersuchung zufolge im Bauhandwerk - vor allem im Bereich Bauelektrik und bei der SanitĂ€r-, Heizungs- und Klimatechnik. Die Unternehmen reagierten inzwischen auf den Mangel, indem sie mehr AusbildungsplĂ€tze anböten, heißt es in der Studie. Doch reiche die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber bislang nicht aus, um alle Lehrstellen zu besetzen.

Am schwersten zu finden sind fĂŒr Unternehmen laut Kofa aber derzeit Meisterinnen und Meister. Vor allem in den Bereichen Augenoptik, HörgerĂ€teakustik, OrthopĂ€dietechnik und Zahntechnik fehle es an qualifiziertem Personal. Hier konnten der Studie zufolge zuletzt sogar nahezu neun von zehn offenen Stellen rechnerisch nicht besetzt werden, weil es bundesweit keine passend qualifizierten Arbeitslosen gab. Doch auch an Gesellinen und Gesellen mangelte es in vielen Bereichen.

Der Bedarf an Handwerkern steige seit einem Jahrzehnt fast kontinuierlich an, betonten die Kölner Experten. GrĂŒnde dafĂŒr seien unter anderem die politischen Ziele im Klimaschutz und im Wohnungsbau. Im Gesundheitshandwerk - etwa in den Bereichen Optik und Akustik - fĂŒhre außerdem der demografische Wandel zu einem steigenden FachkrĂ€ftebedarf.

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