LĂ€nder fordern Bund zum Handeln beim Deutschlandticket auf
18.04.2024 - 12:42:07Die Verkehrsminister der LĂ€nder fordern den Bund beim Deutschlandticket zum Handeln bei Finanzierungsfragen auf. Das geht aus einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Beschlusspapier der Verkehrsministerkonferenz in MĂŒnster hervor.
In dem Papier heiĂt es, eine von Kanzler Olaf Scholz und den LĂ€ndern im November vereinbarte Ăbertragung von im Jahr 2023 nicht in Anspruch genommenen Mitteln auf das Jahr 2024 sei zwingende Voraussetzung, dass der Preis von monatlich 49 Euro dieses Jahr stabil bleibe. Der Bund solle unverzĂŒglich eine dazu erforderliche Ănderung des Regionalisierungsgesetzes vornehmen. Die sogenannte ĂberjĂ€hrigkeit der Mittel solle auf den Zeitraum 2023 bis 2025 ausgedehnt werden.
Zudem wollen die Verkehrsminister laut Papier «rechtzeitig» in der zweiten JahreshĂ€lfte einen Ticketpreis fĂŒr das Jahr 2025 festlegen - auf Grundlage der Entwicklung und Prognosen zu den Verkaufszahlen, der Kostenentwicklung und damit des Zuschussbedarfs. Geplant ist dazu eine Sonder-Verkehrsministerkonferenz, wie es in LĂ€nderkreisen hieĂ.
Ticketpreis könnte steigen
Möglich ist, dass der Ticketpreis von 2025 an steigt. Im Papier heiĂt es weiter, fĂŒr die Folgejahre seien «Mechanismen zur transparenten Preisbildung» zu entwickeln.
Das Deutschlandticket fĂŒr derzeit 49 Euro im Monat kann seit dem 1. Mai 2023 bundesweit im Nah- und Regionalverkehr genutzt werden. Gut elf Millionen Tickets wurden zuletzt monatlich verkauft. Das Geld von Bund und LĂ€ndern wird benötigt, um EinnahmeausfĂ€lle bei Verkehrsbetrieben durch den im Vergleich zu frĂŒheren Angeboten gĂŒnstigen Fahrschein auszugleichen. Laut Regionalisierungsgesetz zahlt der Bund bis 2025 im Jahr 1,5 Milliarden Euro - ebenso wie die LĂ€nder insgesamt. Ăber die Verteilung der Kosten wurde in den vergangenen Monaten immer wieder hart gerungen.
Die LĂ€nder pochen auĂerdem auf Fortschritte bei einem geplanten «Ausbau- und Modernisierungspakt» fĂŒr den ĂPNV und erwarten dazu VorschlĂ€ge des Bundes, wie aus einem weiteren Beschlusspapier hervorgeht. Auf RĂŒckenwind bei den LĂ€ndern stieĂ ein Vorschlag von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) ĂŒber einen milliardenschweren «Infrastrukturfonds», in dem Finanzmittel fĂŒr Schienen, StraĂen und Wasserwege fĂŒr mehrere Jahre gebĂŒndelt werden sollen.


