Peking, EU-Zöllen

Peking wendet sich wegen EU-Zöllen auf E-Autos an WTO

09.08.2024 - 12:09:05

Seit vergangenem Monat erhebt BrĂŒssel vorlĂ€ufige Zölle auf E-Autos aus China. Peking will dagegen vorgehen. Wie aussichtsreich ist der Schritt?

Der Streit um vorlÀufige Zölle der EU auf Elektroautos aus China geht in die nÀchste Runde. Wie das Handelsministerium in Peking mitteilte, wendet sich China in der Sache an das Streitschlichtungsgremium der Welthandelsorganisation (WTO). Als Grund nennt das Ministerium den Schutz der Rechte und Interessen der heimischen E-Auto-Industrie. 

Die vorlÀufige Entscheidung der EU entbehre faktischer und rechtlicher Grundlage. Sie verletze WTO-Regeln und untergrabe die weltweite Zusammenarbeit sowie den Umgang mit dem Klimawandel. Peking fordere die EU auf, umgehend ihr Fehlverhalten zu korrigieren und gemeinsam die wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit sowie die StabilitÀt der Lieferkette in der E-Auto-Industrie zu sichern, sagte ein Sprecher laut Mitteilung. 

Langer Prozess

FĂ€lle vor dem WTO-Streitschlichtungsausschuss ziehen sich oft ĂŒber Jahre hin. Beteiligte können gegen Urteile theoretisch auch in Berufung gehen, aber der Mechanismus funktioniert seit Jahren nicht mehr, weil die USA die Bestellung neuer Experten dafĂŒr verhindern. Sie wollen damit Druck fĂŒr grĂ¶ĂŸere Reformen in der WTO aufbauen.

Seit Anfang Juli mĂŒssen fĂŒr Elektroautos aus China Sicherheitsleistungen hinterlegt werden. Ob die Zölle tatsĂ€chlich fĂ€llig werden, will die EU-Kommission in den kommenden Monaten mit den EU-Staaten klĂ€ren. BrĂŒssel war nach einer monatelangen Untersuchung zu dem Schluss gekommen, dass E-Autos in China unfair subventioniert werden, und Importe aus dem Land die Industrie in der EU gefĂ€hrden. Die AufschlĂ€ge gegen verschiedene Hersteller reichen bis zu 37,6 Prozent. 

@ dpa.de