Lkw-Fahrer, RaststÀtte

Streikende Fahrer hoffen auf Geld und Dominoeffekt

31.08.2023 - 12:50:52

Seit Wochen harren osteuropÀische Lkw-Fahrer auf einer RaststÀtte in Hessen aus, weil sie nicht bezahlt werden. Jetzt ist Geld geflossen, aber nicht von der Speditionsfirma.

  • Der niederlĂ€ndische Gewerkschafter Edwin Atema (r) spricht mit den Lkw-Fahrern. - Foto: Arne Dedert/dpa

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  • Ein Lkw-Fahrer mit einem BĂŒndel Geldscheinen in der Hand. - Foto: Boris Roessler/dpa

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Der niederlĂ€ndische Gewerkschafter Edwin Atema (r) spricht mit den Lkw-Fahrern. - Foto: Arne Dedert/dpaEin Lkw-Fahrer mit einem BĂŒndel Geldscheinen in der Hand. - Foto: Boris Roessler/dpa

Die seit mehr als sechs Wochen auf der sĂŒdhessischen AutobahnraststĂ€tte GrĂ€fenhausen streikenden Lastwagenfahrer haben am Donnerstag erstmals Geld erhalten. Allerdings hatte nicht der polnische Speditionsunternehmer eingelenkt, fĂŒr den die Fahrer Waren durch Europa transportieren.

Ein österreichischer Spediteur, der ebenfalls Teil der Lieferkette war, habe sich entschieden, die fĂŒr den entsprechenden Transport anfallende Summe in Höhe von 20.000 Euro dem Fahrer direkt zu ĂŒbergeben, sagte der niederlĂ€ndische Gewerkschafter Edwin Atema, der von den Fahrern mit der VerhandlungsfĂŒhrung beauftragt wurde.

Er hoffe, damit einen Stein ins Rollen zu bringen, sagte der mittelstĂ€ndische österreichische Unternehmer, der anonym bleiben wollte. FĂŒr seinen Kunden sei es höchste Eile, an die durch den Streik blockierten Waren zu kommen. «Da geht es leicht auch um ArbeitsplĂ€tze und die Zukunft eines Unternehmens.»

Etwa 90 Fahrer streiken

Die Waren wurden auf einen Lastwagen beladen, um nun an den Kunden geliefert werden zu können. VerstĂ€ndnis hatte der österreichische Spediteur aber auch fĂŒr den Kampf der Trucker. «Man sollte von seiner Arbeit nicht nur ĂŒberleben können, sondern seinen Familien auch ein gutes, normales Leben ermöglichen können», sagte er.

Die mittlerweile etwa 90 Fahrer aus Georgien, Usbekistan und anderen LÀndern streiken, um ausstehende Löhne durchzusetzen. Einige von ihnen wurden seit Monaten nicht bezahlt, ein usbekischer Fahrer gab an, seit mehr als einem Jahr keinen vollstÀndigen Lohn mehr bekommen zu haben. «Wir hoffen, dass das einen Dominoeffekt auslöst», sagte Atema bei einer Streikversammlung in GrÀfenhausen.

Angesichts von mehr als 500 000 Euro, die die Fahrer fordern, sei die Summe von 20 000 Euro vielleicht ein kleiner Schritt, «aber strategisch ein wichtiger Schritt», sagte Atema. Er hoffe, dass andere Kunden des Speditionsunternehmens dem Beispiel folgen.

Bereits im FrĂŒhjahr hatten mehr als 60 georgische und usbekische Lastwagenfahrer desselben Unternehmens in GrĂ€fenhausen fĂŒr ausstehende Löhne gestreikt und hatten am Ende eine Zahlung erreicht. Der damalige Streik hatte auch die Arbeitsbedingungen im internationalen GĂŒtertransport in den Fokus gerĂŒckt. Wie damals werden die Fahrer auch diesmal von Gewerkschaften, Kirchen und dem Beratungsnetzwerk «Faire MobilitĂ€t» unterstĂŒtzt.

@ dpa.de