HÀngepartie im Schuldenstreit Àngstigt Anleger an US-Börsen
23.05.2023 - 23:24:55Belastet vom weiterhin ungelösten Streit um eine Anhebung der Schuldenobergrenze sind die US-AktienmĂ€rkte am Dienstag eingeknickt. Der Dow Jones Industrial beschleunigte im spĂ€ten Handel seine anfangs moderate Talfahrt und schloss mit einem Minus von 0,69 Prozent bei 33.055,51 Punkten. Der marktbreite S&P 500 fiel um 1,12 Prozent auf 4145,58 ZĂ€hler. FĂŒr den Nasdaq 100 ging es um 1,28 Prozent auf 13.672,54 Punkte abwĂ€rts.
Im US-Schuldenstreit brachte auch ein weiteres SpitzengesprĂ€ch keine Lösung des Problems, auch wenn sich das WeiĂe Haus und die Republikaner ĂŒber den Verlauf des GesprĂ€chs vom Vortag zufrieden Ă€uĂerten. Ohne einen Kompromiss droht Anfang Juni ein Zahlungsausfall der USA mit potenziell schwerwiegenden Folgen fĂŒr die FinanzmĂ€rkte und die Weltwirtschaft.
Apple und Broadcom sorgen fĂŒr GesprĂ€chsstoff
Aus Branchensicht standen Energiewerte ganz oben in der Gunst der Anleger. Grund dafĂŒr sind deutlich steigende Ălpreise. Eine erneute Warnung des fĂŒhrenden Ălförderlandes Saudi-Arabien vor der Spekulation auf weiter fallende Ălpreise zeigte am Markt entsprechende Wirkung. Die Aktien von ExxonMobil verteuerten sich um 1,4 Prozent, jene von Chevron kletterten an der Dow-Spitze um 2,9 Prozent nach oben. Zuvor hatten die Analysten der HSBC die Chevron-Titel auf «Buy» hochgestuft.
Unter den Einzelwerten sorgten Apple und Broadcom fĂŒr GesprĂ€chsstoff. Der iPhone-Konzern wird im Rahmen eines milliardenschweren Deals mit dem Halbleiterhersteller Teile fĂŒr Kommunikationschips in den USA entwickeln und herstellen lassen. Die mehrjĂ€hrige Vereinbarung umfasst unter anderem Bauteile fĂŒr 5G-Funktechnik. Die Apple-Papiere verloren 1,5 Prozent, wĂ€hrend die Broadcom-Titel um 1,2 Prozent zulegten.
Die Aktien von Netflix bĂŒĂten 1,9 Prozent ein. Nutzer des Streaming-Dienstes, die einen Account ĂŒber einen Haushalt hinaus teilen, werden bald zusĂ€tzlich zur Kasse gebeten. Das Vorgehen gegen das Teilen von Accounts war schon lĂ€nger angekĂŒndigt und vor dem nun bekanntgegebenen breiten Start in mehreren LĂ€ndern erfolgreich getestet worden.
Moderna legt zu
Die Anteilsscheine von Zoom verloren als Schlusslicht im Nasdaq-100-Index 8,1 Prozent. Der Videokonferenz-Anbieter schĂ€tzt seine Umsatz- und Ergebnisaussichten fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr besser ein als bisher. Allerdings hat das Unternehmen im ersten GeschĂ€ftsquartal nicht so viele groĂe Firmenkunden hinzugewonnen, wie von Analysten erwartet wurde. Diese Entwicklung ist entscheidend fĂŒr den Nachweis, dass Zoom sein Umsatzwachstum wieder steigern kann.
Die Papiere von Moderna schnellten zeitweise um mehr als 10 Prozent nach oben, auf den höchsten Stand seit rund einem Monat. Letztlich gewannen sie 8,7 Prozent. Mehrere Börsianer hatten sich zuvor positiv zu den weiteren Aussichten des Impfstoffherstellers und der Aktie geĂ€uĂert.
Mit Quartalszahlen standen auch die Handelsketten Lowe's und Autozone im Blick. Loweâs meldete fĂŒr das erste Quartal zwar einen rĂŒcklĂ€ufigen Gewinn, der aber ĂŒber den Erwartungen lag. Allerdings senkte das Unternehmen seine Jahresziele. Die Aktie gehörte mit einem Kursplus vom 1,7 Prozent zu den Top-Werten im S&P-100-Index. Autozone gaben um 6,0 Prozent nach, obwohl der Gewinn im dritten GeschĂ€ftsquartal besser als erwartet ausfiel. Allerdings verfehlte der Umsatz die durchschnittliche AnalystenschĂ€tzung. Zudem ist die Aktie zuletzt gut gelaufen und hatte erst vor rund zwei Wochen ein Rekordhoch erreicht.
US-Staatsanleihen drehen ins Plus
Der Kurs des Euro hielt sich im US-Handel unter der Marke von 1,08 US-Dollar und notierte zuletzt bei 1,0770 Dollar. Die EuropÀische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0779 (Montag: 1,0822) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9277 (0,9240) Euro.
US-Staatsanleihen machten ihre anfĂ€nglichen Kursverluste wett und drehten ins Plus. Der Terminkontrakt fĂŒr zehnjĂ€hrige Anleihen (T-Note-Future) notierte zuletzt 0,11 Prozent höher bei 113,59 Punkten. Die Rendite fĂŒr zehnjĂ€hrige Papiere sank im Gegenzug auf 3,70 Prozent.


