Shorts, Büro

Shorts im Büro: LinkedIn-Umfrage zeigt gespalten Meinung (55% dagegen)

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Debatte um Shorts im Büro bleibt gespalten: Stilberater empfehlen knielange Modelle, während Umfragen eine klare Mehrheit gegen den lässigen Look zeigen.

Dresscode im Sommer: Kurze Hosen im Büro – Stilregeln und kontroverse Umfragen
Eine Person in maßgeschneiderten, knielangen Business-Shorts in einem modernen, hellen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In Anbetracht sommerlicher Temperaturen steht die professionelle Kleiderordnung in vielen Unternehmen erneut auf dem Prüfstand. Während die Akzeptanz für lockere Kleidung in den letzten Jahren gestiegen ist, bleibt die kurze Hose im geschäftlichen Umfeld ein kontrovers diskutiertes Thema. Stylisten und Führungskräfte geben derzeit Orientierungshilfen, wie der Spagat zwischen thermischem Komfort und professionellem Auftreten gelingen kann.

Stilregeln für kurze Hosen im Arbeitsalltag

Branchenexperten betonen, dass die Wahl des richtigen Modells entscheidend für die Akzeptanz im Büro ist. Die Stylistin Zahra Waliji empfiehlt für das berufliche Umfeld ausdrücklich knielange Shorts. Sie rät davon ab, auf Jeans- oder Cargoshorts zurückzugreifen, da diese zu informell wirken könnten. Ergänzend dazu plädiert die Stylistin Amanda Wakeley für maßgeschneiderte, längere Varianten, die einen formelleren Charakter ausstrahlen. Einigkeit herrscht bei der Wahl des Schuhwerks: Flip-Flops werden für das Büro als unangebracht eingestuft.

In der allgemeinen Etikette-Beratung wird zudem darauf hingewiesen, dass auch die Wahl der Schuhe die Außenwirkung beeinflusst. So können Sneaker im Büro dazu führen, dass die betreffende Person weniger Autorität ausstrahlt, weshalb Experten hier zur Zurückhaltung raten.

Differenzierte Akzeptanz in Umfragen und Führungsetagen

Die Meinung in der Arbeitswelt bleibt gespalten, wie aktuelle Erhebungen zeigen. In einer LinkedIn-Umfrage sprachen sich 55 Prozent der Teilnehmer gegen Shorts im Büro aus, während lediglich 20 Prozent die Kleidung befürworteten. Für 25 Prozent der Befragten hängt die Entscheidung von der jeweiligen Situation ab. Eine Untersuchung von Ipsos aus dem Jahr 2023 zeichnete für die USA ein liberaleres Bild: Hier hielten 58 Prozent der Erwachsenen kurze Hosen grundsätzlich für angemessen. Bei großer Hitze stieg die Zustimmung für Männer auf 62 Prozent und für Frauen auf 63 Prozent.

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Prominente Unterstützung erhält der Trend von Adam Mosseri, dem Chef von Instagram. Er sprach sich in einem aktuellen Podcast-Auftritt für das Tragen von Shorts im Büro aus. Er gab jedoch zu bedenken, dass dieser Kleidungsstil nicht für jeden gleichermaßen geeignet sei. Andere Daten deuten darauf hin, dass etwa 42 Prozent der Arbeitnehmer Shorts am Arbeitsplatz weiterhin ablehnen. Insbesondere die Generation Z gerät häufiger wegen ihrer Kleidungswahl in die Kritik, was in manchen Fällen sogar zu Entlassungen führte. Experten fordern daher klare, schriftlich fixierte Dresscodes statt ungeschriebener Regeln.

Thermischer Sexismus und rechtliche Rahmenbedingungen

Die Debatte wird auch unter dem Aspekt der Gleichberechtigung geführt. Libera Camici, Vizebürgermeisterin der italienischen Stadt Livorno, kritisierte bestehende Doppelstandards. Während Frauen für das Tragen kurzer Hosen oft gerügt würden, bliebe die Kleidungswahl von Männern seltener Gegenstand von Kritik. In diesem Kontext wird häufig der Begriff des „thermischen Sexismus“ angeführt. Bezugnehmend auf eine Studie aus dem Jahr 2015 in der Fachzeitschrift Nature Climate Change wird darauf hingewiesen, dass die Klimatisierung in Bürogebäuden oft nach Standards ausgerichtet ist, die dem männlichen Stoffwechsel und traditionell schwererer männlicher Kleidung entsprechen.

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In der Schweiz ist die Durchsetzung von Kleidervorschriften durch Arbeitgeber rechtlich klar definiert. Unternehmen können diese nur aus Gründen der Sicherheit, der Gesundheit oder zur Wahrung des Firmenimages vorschreiben, sofern sie nicht diskriminierend wirken. Dass sich traditionelle Standards wandeln, zeigt das Beispiel der Großbank UBS, die bereits seit 2020 auf die Krawattenpflicht verzichtet.

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