Sick, Beschäftigte

Sick: 2000 Beschäftigte warten auf Signale zur Standortsicherung

17.06.2026 - 07:20:53 | boerse-global.de

Angestellte des Sensorherstellers Sick fordern Klarheit über Stellenabbau und Zukunftsstrategie. Bisher gibt es keine konkreten Aussagen.

Sick Aktie: Unruhe bei Betriebsversammlungen ohne konkrete Jobgarantie
Sick - Eine Gruppe besorgter Fabrikarbeiter versammelt sich in einer großen Halle vor dem Hintergrund einer Sensor-Produktionslinie. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Stimmung gilt als angespannt. Konkrete Informationen zur strategischen Ausrichtung und zur Sicherheit der Arbeitsplätze bleiben aus.

Betroffen waren nicht nur die Mitarbeiter am Hauptsitz in Waldkirch, sondern auch die Belegschaften aus Reute und Freiburg. Details zu möglichen strukturellen Veränderungen oder Sparplänen liegen bislang nicht vor. Das verstärkt die Unruhe unter den Angestellten.

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Industrieweiter Druck führt zu Umstrukturierungen

Die Situation bei Sick reiht sich in eine Serie von Sparmaßnahmen in der deutschen Industrie ein. Die Siempelkamp Maschinen- und Anlagenbau GmbH in Krefeld will 127 von 371 Stellen streichen. Als Gründe nennt das Unternehmen eine anhaltende Flaute am Weltmarkt, geopolitische Spannungen und Druck durch chinesische Konkurrenz. Bei der Tochter Pallmann in Zweibrücken sollen 129 von 282 Arbeitsplätzen wegfallen.

Beim Optikkonzern Zeiss sorgt ein angekündigtes Sparprogramm für Konflikte mit Arbeitnehmervertretern. Die IG Metall kritisierte den Stellenabbau – insbesondere weil die EU-Kommission erst im Mai 2026 Beihilfen in Höhe von 222 Millionen Euro genehmigt hatte. Während an Standorten wie Aalen und Göttingen Teilerfolge bei der Sicherung von Arbeitsplätzen erzielt wurden, hält Zeiss am Ziel fest, jährlich dreistellige Millionenbeträge einzusparen.

Kritik an Personalabbau trotz guter Zahlen

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Thermo Fisher in Bremen. Dort steht die Verlagerung der Massenspektrometer-Produktion nach Brünn in Tschechien zur Debatte. Das würde knapp 100 der 520 Arbeitsplätze in Bremen kosten. Der Betriebsrat wies auf die hohe Profitabilität des Standorts hin: Bei einem Umsatz von knapp 700 Millionen Euro erzielte er einen Gewinn von fast 300 Millionen Euro.

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Auch in der Logistikbranche gibt es Vorwürfe. Die Gewerkschaft DPVKOM wirft dem DHL Hub in Leipzig einen verdeckten Stellenabbau vor. Die Zahl der Beschäftigten sank demnach von über 7000 Anfang 2024 auf über 6000 Anfang 2026. DHL spricht von natürlicher Fluktuation und seit 2022 rückläufigen Sendungsmengen.

Die Entwicklungen bei Sick, Zeiss und Thermo Fisher zeigen den zunehmenden Transformationsdruck auf die deutsche Industrie. Bei Sick warten die Angestellten nun auf Signale der Geschäftsführung – zur Sicherung ihrer Standorte und Arbeitsplätze.

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