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«Care Pay Gap» in Deutschland laut Studie bei 17 Prozent

18.03.2024 - 04:48:21

Sie arbeiten in der Kindererziehung, der Altenpflege oder der Sozialarbeit: BeschĂ€ftigte des sozialen Sektors in Deutschland. Forscher sind nun den Arbeitsbedingungen fĂŒr diese auf den Grund gegangen.

BeschĂ€ftigte im sozialen Sektor in Deutschland verdienen laut einer neuen Studie durchschnittlich 17 Prozent weniger als BeschĂ€ftigte in anderen Sektoren. Das geht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus der Erhebung «Vor dem Kollaps? BeschĂ€ftigung im sozialen Sektor» des Instituts fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Deutschen Roten Kreuzes hervor, die heute vorgestellt werden soll.

«Neben Nachteilen bei den Arbeitszeiten zeigen sich im sozialen Sektor nach wie vor deutliche Unterschiede in der durchschnittlichen Bezahlung gegenĂŒber der ĂŒbrigen Wirtschaft», heißt es in der Studie. Die meisten BeschĂ€ftigten des sozialen Sektors arbeiten in der Kinderbetreuung und -erziehung, gefolgt von der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege und der Sozialarbeit, SozialpĂ€dagogik und SonderpĂ€dagogik.

«BeschÀftigte monetÀr geringer wertgeschÀtzt»

Die unbereinigte LohnlĂŒcke zwischen dem sozialen Sektor und den ĂŒbrigen Sektoren habe in den vergangenen Jahren zwar abgenommen, heißt es in der Studie unter Berufung auf umfassende IAB-Daten unter anderem zum Entgelt aller Betriebe mit BeschĂ€ftigten in Deutschland. Dennoch habe die LohnlĂŒcke 2021 bei den VollzeitbeschĂ€ftigten noch 17 Prozent betragen. Die Forscherinnen und Forscher nennen diese LohnlĂŒcke «Care Pay Gap». «Plakativ formuliert werden VollzeittĂ€tigkeiten im sozialen Sektor monetĂ€r geringer wertgeschĂ€tzt als in anderen Branchen», so die Studienautoren.

Bekannt ist bisher vor allem der Gender Pay Gap, die LohnlĂŒcke zwischen Frauen und MĂ€nnern. Laut Statistischem Bundesamt lag der Bruttostundenlohn der Frauen im vergangenen Jahr unverĂ€ndert 18 Prozent unter dem der MĂ€nner. Knapp zwei Drittel der LohnlĂŒcke erklĂ€rt das Statistikamt mit höheren Teilzeitquoten bei den Frauen und geringeren GehĂ€ltern in frauentypischen Berufen. Der um diese Faktoren bereinigte Gender Pay Gap betrĂ€gt noch rund 6 Prozent des Brutto-Stundenlohns.

Eine ErklÀrung: Schlechtere Bezahlung von Frauen

Auch beim «Care Pay Gap» wĂŒrde sich der Lohnunterschied durch Bereinigung zusĂ€tzlicher Faktoren verringern, so die IAB- und DRK-Studie. «Auflösen wird er sich nicht vollstĂ€ndig.» Angesichts des hohen Frauenanteils in den sozialen Berufen lasse sich der «Care Pay Gap» teils auch mit LohnlĂŒcke zwischen MĂ€nnern und Frauen erklĂ€ren.

Das Deutsche Rote Kreuz sieht die Politik gefordert, mehr Mittel fĂŒr den sozialen Sektor vorzusehen. «Am Ende sind es politische Entscheidungen und Akteure wie Kommunen, Kassen, LĂ€nder und der Bund, die eine entscheidende Rolle spielen», sagte der DRK-Bereichsleiter Joß Steinke, Mitautor der Studie, der dpa. «Die zentrale Frage ist: Wie viel ist der soziale Sektor der Gesellschaft wert? Oder anders gefragt: Was darf er kosten?»

@ dpa.de