Fast 14 Millionen erhalten die umstrittene Pendlerpauschale
26.03.2025 - 09:58:05Die bei den Koalitionsverhandlungen diskutierte Entfernungspauschale wird ĂŒberwiegend von BeschĂ€ftigten mit mittlerem Einkommen genutzt. Im Jahr 2020 erhielten 13,8 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland die sogenannte Entfernungspauschale, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtet.Â
Mehr als die HĂ€lfte (54 Prozent) der Pendler verdiente demnach jĂ€hrlich zwischen 20.000 bis unter 50.000 Euro brutto, bei weiteren 30 Prozent lag der Verdienst zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Unter 20.000 Euro verdienten 11 Prozent, mindestens 100.000 Euro fĂŒnf Prozent. Benutzt wird bei der Fahrt zum Arbeitsplatz vor allem das Auto.Â
Erhöhung Thema in KoalitionsverhandlungenÂ
2020 betrug die Pendlerpauschale 30 Cent pro Kilometer des einfachen Arbeitswegs. Nach einer Reform im Mai 2022 liegt sie ab dem 21. Kilometer bei 38 Cent. In den aktuellen Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD steht eine erneute Erhöhung im Raum. Fachleute kritisieren die Subvention als teuer und klimaschÀdlich.
FĂŒr die Bilanz wurde die Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2020 ausgewertet. Diese ist wegen der langen Fristen zur Steuerveranlagung erst etwa dreieinhalb Jahre nach Ende des Veranlagungsjahres verfĂŒgbar.
Im Schnitt fast 30 Kilometer Arbeitsweg
84 Prozent der Pendlerinnen und Pendler nutzten der Statistik zufolge zumindest fĂŒr einen Teil der Strecke das Auto. Auf ihrem Weg zur Arbeit legten die Pendler im Schnitt 28 Kilometer zurĂŒck. «Je lĂ€ndlicher eine Person wohnte, desto hĂ€ufiger fuhr sie zudem mit dem Auto», stellten die Statistiker fest.Â
FĂŒr die Statistik wurden nur FĂ€lle erfasst, bei denen die Werbungskosten ĂŒber dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von damals 1.000 Euro lagen. Diejenigen, die unterhalb dieses Betrags blieben, gaben ihre gependelten Kilometer hĂ€ufig nicht in ihrer SteuererklĂ€rung an oder reichten gar keine SteuererklĂ€rung ein.Â
Die Pauschale kann unabhĂ€ngig von der Höhe der tatsĂ€chlichen Aufwendungen in Anspruch genommen werden. Es ist egal, ob man zu FuĂ, mit dem Fahrrad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto zum Arbeitsort gelangt.Â
Auto ist hĂ€ufigstes Verkehrsmittel fĂŒr Arbeitsweg
FĂŒr ihren Arbeitsweg steigen BeschĂ€ftigte einer Umfrage zufolge in der Regel aber ins Auto. Selbst im Sommer kommen mehr als zwei Drittel der Befragten mit dem Pkw oder einem Motorrad zur Arbeit, wie aus der Studie des Instituts fĂŒr MobilitĂ€t der UniversitĂ€t St. Gallen hervorgeht. Davon gaben wiederum 83 Prozent an, mit einem Verbrennerantrieb unterwegs zu sein.
Viele Unternehmen machen ihrer Belegschaft inzwischen zwar MobilitĂ€tsangebote. Mehr als die HĂ€lfte der befragten Arbeitgeber bietet Mitarbeitern demnach das Job-Deutschlandticket fĂŒr den öffentlichen Regional- und Nahverkehr an. Dabei erhalten die BeschĂ€ftigten meist einen Zuschuss fĂŒr das ĂPNV-Abo, das regulĂ€r inzwischen 58 Euro pro Monat kostet.Â
Allerdings zeigt die Studie, dass die Bereitschaft, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen, bei Arbeitnehmern eher gering ausgeprĂ€gt ist. Lediglich ein gutes Drittel der Befragten könnte sich das grundsĂ€tzlich vorstellen. Diejenigen, die mit dem Auto unterwegs sind, vermissen vor allem einen dichteren Fahrplan im öffentlichen Personennahverkehr.Â
FĂŒr die Studie haben die Autoren rund 1.800 BeschĂ€ftigte in Deutschland befragt sowie rund 600 Arbeitgeber.





