Söder erklÀrt Wirtschaftspolitik zur Chefsache
Veröffentlicht am: 22.04.2024 um 15:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Ich bin ja fast tĂ€glich mit Wirtschaftsfragen beschĂ€ftigt, kĂŒmmere mich da auch persönlich in vielen Dingen, weil ich angesprochen werde", sagte der CSU-Chef am Montag nach einer Parteivorstandssitzung in MĂŒnchen. In Zusammenarbeit mit den zustĂ€ndigen Stellen wolle er nun ĂŒber Pfingsten hinweg "alles zusammenlegen" und vor der Sommerpause einen Vorschlag fĂŒr die Regierung zu wesentlichen Themenfeldern machen. "Zusammen mit unserem Koalitionspartner", fĂŒgte er ganz am Ende noch hinzu. Als wesentliche Themen nannte er die Ansiedlung neuer Unternehmen, Energie, das Thema Arbeitsmigration und den BĂŒrokratieabbau.
Die AnkĂŒndigung ist einerseits eine NormalitĂ€t: Wirtschaftspolitik ist immer auch Sache eines MinisterprĂ€sidenten, gerade was den Kontakt mit groĂen Konzernen angeht. Andererseits machen Söders Worte deshalb hellhörig, weil die CSU Wirtschaftsminister und Freie-WĂ€hler-Chef Hubert Aiwanger seit Monaten vorwirft, die Wirtschaftspolitik in Bayern zu vernachlĂ€ssigen und sich viel lieber um andere Bereiche seiner vermeintlichen Kernklientel - etwa um die Landwirtschaft - zu kĂŒmmern. Vorhaltungen, die Aiwanger freilich zurĂŒckweist.
Zudem ist Söders AnkĂŒndigung auffĂ€llig, weil Aiwanger zuletzt wieder einmal keine Gelegenheit auslĂ€sst, von einem Wechsel nach Berlin zu trĂ€umen: In einer möglichen Koalition mit der Union auf Bundesebene wĂ€re er gerne Bundeswirtschaftsminister. Allen jĂŒngsten Umfragen zufolge können sich die Freien WĂ€hler - derzeit zumindest - aber keine groĂen Hoffnungen machen, bei der Wahl die FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde zu ĂŒberspringen.
Dem Deutschlandfunk sagte Aiwanger zuletzt, er werde sich als Spitzenkandidat fĂŒr die nĂ€chste Bundestagswahl aufstellen lassen. Mit Blick auf die Energie- und Wettbewerbspolitik fĂŒgte er dann hinzu: Wenn er sich darum in Berlin kĂŒmmern dĂŒrfte, wĂŒrde er das gerne tun.
