Soest: Erbpacht für sieben Grundstücke endet am 1. Januar 2027
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 12:53 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Streit über kommunale Erbpachtverträge in Soest geht in eine entscheidende Phase. Nach anhaltenden Spannungen hat Soests Bürgermeister Marcus Schiffer den Vorstand der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Soest zu einem Krisengespräch eingeladen, um über die Zukunft von sieben städtischen Grundstücken zu beraten. Wie aus einem Bericht des Soester Anzeigers vom 7. November 2026 hervorgeht, hat die Genossenschaft die Einladung zu diesem Treffen angenommen.
Unterschiedliche Vorstellungen über Pacht und Eigentum
Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht eine drängende Frist: Die geltende Erbpachtregelung für die sieben betroffenen Grundstücke läuft zum 1. Januar 2027 aus. Zwischen beiden Parteien zeichnen sich dabei grundlegend verschiedene Modelle ab.
Während die Stadt Soest eine vorübergehende Verlängerung der bestehenden Verträge anstrebt, pocht die Baugenossenschaft darauf, die Liegenschaften vollständig zu kaufen. Die Genossenschaft strebt Eigentum an, wohingegen die Kommune mit einer befristeten Vereinbarung Zeit gewinnen möchte.
Dem anberaumten Gespräch war ein offener Bruch vorausgegangen. Für fünf weitere Grundstücke, auf denen sich Wohngebäude befinden, ließ die Genossenschaft eine bereits vereinbarte Verlängerung der Erbpacht scheitern.
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Zur Begründung verwies der Vorstand darauf, dass das Vertrauensverhältnis zur Verwaltung erschüttert sei. In der Folge fielen diese Grundstücke samt Gebäuden an die Stadt Soest zurück. Die Verwaltung der dortigen Wohnungen hat mittlerweile die städtische Wohnungsgesellschaft WBS übernommen.
Vorwürfe um Gutachten und Suche nach Einigung
Bürgermeister Schiffer reagierte mit Unverständnis auf das Vorgehen und wies die erhobene Kritik zurück. Er zeigte sich verwundert und verärgert über den im Raum stehenden Vorwurf, man habe ohne Kenntnis der beauftragten Wertgutachten agiert.
Für die Entscheidungen der Stadtverwaltung seien seriöse Bewertungen zwingend erforderlich, um eine verlässliche Grundlage zu schaffen. Dennoch halte die Stadt Soest daran fest, eine einvernehmliche Regelung für die Zukunft der Flächen zu erzielen.
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Perspektiven für betroffene Mieter
Für die betroffenen Mieterinnen und Mieter bedeuten die Unstimmigkeiten zwischen Pachtgeber und Genossenschaft erhebliche Unsicherheit über die künftigen Zuständigkeiten und Wohnverhältnisse.
Um den Bewohnern Orientierung zu bieten, kündigte die Stadt Soest eine zeitnahe Informationsveranstaltung an. Das bevorstehende Treffen zwischen Bürgermeister Schiffer und dem Genossenschaftsvorstand soll klären, ob es vor dem Auslaufen der Verträge gelingt, die Differenzen beizulegen und eine tragfähige Basis für die städtischen Flächen zu finden.
